Mordfall aus Düsseldorf : Tödliche Attacke auf Frau: Polizei schnappt Tatverdächtigen in Spanien

Der Tatort in Düsseldorf, wo eine 36-jährige Frau erstochen wurde.
Der Tatort in Düsseldorf, wo eine 36-jährige Frau erstochen wurde.

Ein Tatverdächtiger im Fall einer in Düsseldorf getöteten Frau ist gefasst. Die Polizei nahm den Mann in Spanien fest.

shz.de von
29. August 2018, 16:40 Uhr

Düsseldorf | Eineinhalb Wochen nach einer tödlichen Attacke auf eine Frau in Düsseldorf ist der mutmaßliche Täter Ali S. in Spanien festgenommen worden. Das bestätigte ein Polizeisprecher am Mittwoch in Düsseldorf. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung wurde der Iraner im spanischen Sevilla gestellt.

Der Verdächtige soll die 36 Jahre alte Frau am Montag vergangener Woche verfolgt, heimtückisch angegriffen und erstochen haben. Der 44-jährige Iraner und sein Opfer hatten sich den Ermittlern zufolge gekannt: Die Frau hatte in unmittelbarer Nachbarschaft des Kiosks gewohnt, in dem der Mann arbeitete.

Die Polizei habe sehr früh gewusst, dass der Mann im Ausland war, dieses Wissen aber aus Ermittlungsgründen nicht veröffentlicht. Die spanische Polizei habe dann den genauen Aufenthaltsort des Mannes im Land herausgefunden, berichteten die Fahnder in einer Mitteilung.

Am Mittwoch um 13.30 Uhr hätten spanische Zielfahnder den Mann schließlich in Andalusien festgenommen. Sie seien in dem Fall von deutschen Ermittler, unter anderem Zielfahndern des Bundeskriminalamtes, unterstützt worden. Nähere Details wollten Polizei und Staatsanwaltschaft am Donnerstag bekanntgeben. Die Tatwaffe – ein Messer – war in Düsseldorf nicht wieder aufgetaucht.

Festgenommene schrieb Brief an Opfer

Als Tatmotiv kommt den Ermittlungen zufolge verschmähte Liebe in Betracht. In einem von den Ermittlern als echt eingestuften Brief hatte der Iraner der Frau seine Zuneigung offenbart und sie gebeten, die Blockade seiner Telefonnummer aufzuheben. Ali S. ist nicht vorbestraft. Er war 2001 nach Deutschland gekommen.

In dem von der "Bild"-Zeitung veröffentlichten Brief ist auch von einem Streit die Rede. "Jeder Sekunde ohne Dich ist die Hölle für mich", heißt es in holprigem Deutsch.

Nach dem Tatverdächtigen war mit großem Aufwand und internationalem Haftbefehl gefahndet worden. Unter anderem war der Fall auch Thema in der ZDF-Fernsehsendung "Aktenzeichen XY ... ungelöst". Zuvor hatte die Polizei ein Fahndungsfoto veröffentlicht.

Augenzeugen verfolgen Täter

Ein Passant war nach Angaben der Ermittler Augenzeuge der Bluttat geworden. Er habe auf der Straße Schreie gehört und sich umgedreht, berichtete der Mann später. Dabei habe er gesehen, wie der Mann im hellblauen Trainingsanzug auf die Frau eingestochen habe.

Der Augenzeuge hatte gemeinsam mit einem Radfahrer den flüchtenden mutmaßlichen Messerstecher verfolgt und ihn in einem Gebüsch aufgespürt. Mit dem Messer drohend sei Ali S. dann auf die Männer zugegangen, die daraufhin die Verfolgung abbrachen. Speziell ausgebildete Spürhunde der Polizei verloren die Fährte des Mannes in der Innenstadt.

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