Neue Pro-7-Show "Time Battle" : Christian Düren: So führte unsere Show zum Ehestreit

Die erste Samstagabend-Show: Christian Düren geht mit 'Time Battle' in die Primetime von Pro Sieben.
Die erste Samstagabend-Show: Christian Düren geht mit "Time Battle" in die Primetime von Pro Sieben.

Mit "Time Battle" erprobt Pro Sieben eine neue Show - und einen neuen Primetime-Moderator: Christian Düren im Interview.

shz.de von
24. August 2018, 00:30 Uhr

Berlin | Sein Handwerk hat Christian Düren beim Sat.1-Magazin "akte" gelernt, im Frühstücksfernsehen des Senders hat er auch schon gedient. Für Sky moderierte er den Sport, und zuletzt stieß der 28-Jährige zum Team von "taff". Mit "Time Battle" (25. August, 20.15 Uhr) gibt Pro Sieben Christian Düren nun seine erste Samstagabend-Show. Ein Interview.


Herr Düren, beim Debüt von „Time Battle“ treten Sie gegen „Verstehen Sie Spaß“ (ARD) an, gegen den ZDF-Samstagskrimi „Ostfriesenkiller“ und „Die Jauch-Gottschalk-Schöneberger-Show“ auf RTL. Was ist Ihr Angstgegner?

Christian Düren: Wir kommen mit einer sehr guten Show um die Ecke und haben keine Angstgegner. Die anderen sollten Angst vor uns haben. Wir sind schließlich die Wunderkiste, auf die alle neugierig sind.

Als Titel für unsere Geschichte nehmen wir also das Zitat: ‚Gottschalk und Jauch zittern vor uns!“

Na gut, das ist vielleicht ein bisschen hoch gegriffen. Trotzdem: Bei uns bekommt der Zuschauer viel, was er bei den anderen nicht kriegt.

Ohne die Neugier zerstören zu wollen: Verraten Sie doch mal ein bisschen was über das Konzept von „Time Battle“.

Wir sind eine der schnellsten Game-Shows im Fernsehen. In einer einzigen Sekunde kann man bei uns sehr viel Geld gewinnen – oder verlieren. Wir haben Kandidaten, die mit Feuer das Studio betreten und nach wenigen Minuten wieder raus sind, ohne einen Euro gewonnen zu haben. Unsere Kandidaten treten in Paaren an – als Freunde, Ehepaare, Geschwister oder Arbeitskollegen. Der erste erarbeitet sich bei mir in Sport-Spielen Zeit, die der zweite dann für die Quiz-Aufgaben nutzen kann, die Janin Ullmann stellt. Den Druck erhöht ein Preisgeld – in jeder Runde kann man 1.000 Euro gewinnen. Die beiden letzten Teams spielen dann noch mal um 50.000 Euro. (Der Masturbationsskandal: Wie Schropp und Lufen sich bei "Promi Big Brother" vorführen lassen)

Das klingt so, als wollten Sie Ehen zerstören.

Wir haben tatsächlich schon einen klassischen Ehestreit ausgelöst.

Worum ging’s?

Es ging in dem Streit darum, wer in welchem Spiel der größere Experte ist. Es gab aber auch einen Ehekrach zwischen mir und Janin Ullmann – um die Frage: Können Männer besser werfen als Frauen? Ich sage: Ja. Das hat nichts mit Machismo zu tun; das ist anatomisch begründet, es gibt Studien dazu. Männer haben aus irgendeinem Grund mehr Schwung im Arm. Janin wollte das Gegenteil beweisen und hat in der Probe mit Säcken geworfen. Sogar ganz gut, muss ich zugeben. Sie muss eine Ausnahme sein. (Lacht.)

Haben Sie den Game-Parcours auch durchlaufen? Wo versagen Sie?

Ich scheitere bei allem, was mit Koordination und Geschicklichkeit zu tun an. Und am logischen Denken. Im Grunde bin ich eher der Mann fürs Grobe: Ballsportarten, Fitness, Ausdauer.

Sie moderieren auf dem Sender, den erst Raab und dann Joko und Klaas geprägt haben. Wirkt man gegen diese drei nicht automatisch bieder? Haben Sie Angst davor, unterzugehen?

Ganz im Gegenteil. Ich habe einen Sportbezug, einen journalistischen Hintergrund und stehe für ganz andere Sachen als Joko und Klaas oder Stefan Raab – den ich immer großartig gefunden habe. Wir sind nur vollkommen anders.

Balanceakt in der neuen Show: Christian Düren und zwei Kandidaten aus 'Time Battle - Kämpf um deine Zeit'.
ProSieben/Willi Weber
Balanceakt in der neuen Show: Christian Düren und zwei Kandidaten aus "Time Battle - Kämpf um deine Zeit".

Wie sind Sie überhaupt an die Show gekommen?

Vor einiger Zeit hatte ich mit dem Pro-Sieben-Chef Daniel Rosemann besprochen, wo es mit mir hingehen könnte. Er denkt, dass ich das Potenzial für eine Primetime-Show habe. Und irgendwie fanden wir beide, dass so ein sportaffiner, bodenständiger, salopper Rheinländer wie ich am besten eine Game-Show macht.

Sie haben bei Sat.1 für „akte“ gearbeitet und gehören jetzt zum Team von „taff“. Welchen Ihrer Beiträge finden Sie selbst am besten?

Einer meiner Beiträge, der mir im Gedächtnis geblieben ist, war zum Thema Kinderhandel; darin ging es um eine Zeitsoldatin, die in einem öffentlichen Internetforum ihr ungeborenes Kind verkaufen wollte. Wir haben uns mit der Mutter getroffen und sie zur Rede gestellt. Ein anderer Beitrag war eher im boulevardesken Bereich, der mir auch sehr liegt: Wir haben versucht, von Marc Terenzi den Unterhalt für sein Kind einzufordern, den er nie bezahlt hat. Dazu haben wir ihn auf einer seiner Stripper-Shows konfrontiert. (Das reale Fort Boyard: die bizarre Geschichte des Baudenkmals)

Ein klarer Argumentationsvorteil für ihn: Einem Nackten kann man nicht in die Tasche greifen.

So ähnlich war es wirklich: Damals arbeitete er noch als singender Stripper und es stand in den Schlagzeilen, dass er besoffen an der Bar eingeschlafen sei. Wir haben ihn geweckt und gefragt, warum er nicht mal zu seinem Kind fährt. Er: Das ist doch zeitlich gar nicht drin! Meine journalistische Arbeit hat eine große Bandbreite, und das mag ich.

Gibt es Boulevard-Promis, mit denen Sie lieber nicht im selben Studio wären?

Nein, aber es gibt einen unerträglichen Promi-Manager. der viele Reality-Stars vertritt. Der mochte mich nie; das lag aber vor allem daran, dass er für seine Klienten immer unverschämt hohe Gagen aufgerufen hat, die ich damals als kleines Licht bei „akte“ nicht zahlen konnte. Das hat er mir persönlich übel genommen. Die Stars selbst mag ich; von smart bis naiv ist alles dabei, und es macht mir Spaß rauszufinden, ob sie wirklich so sind wie im Fernsehen oder nur so doof tun. (Meine Privatsphäre endet an der Klotür: Lucas Cordalis über "Global Gladiators")

Ein Thema, das in der Berichterstattung über Sie eine große Rolle spielt, ist Ihre Schönheit. Zu den häufigsten Google-Kombinationen mit ihrem Namen gehören „Freundin“ und „Ex-Freundin“. Kriegen Sie viele Angebote?

Es gibt gewisse Angebote. Instagram und Facebook machen es den Mädels – und den Jungs – natürlich leichter, mich anzuschreiben. Nachdenken tue ich aber eigentlich über keins davon. Ich glaube, den Partner fürs Leben lernt man nicht bei Instagram kennen. Ich bin im Internet aber sowieso nicht der Fleißigste. Es liegt mir nicht, mit unbekannten Followern wie mit Freunden zu sprechen.

Schlussfrage: Ab welcher Quote sind Sie nach der Premiere zufrieden?

Mit allem weit über zwei Millionen bin ich zufrieden – haha. Im Ernst: Ein guter zweistelliger Marktanteil macht mich glücklich.


„Time Battle - Kämpf um Deine Zeit“: Pro Sieben zeigt die erste von vorerst vier Folgen am Samstag, 25. August um 20.15 Uhr.

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