Begehrte Auszeichnung : Für kreative Fliesenleger: "Azul" ist "Spiel des Jahres 2018"

Bei 'Azul' kann man sich als Mosaikkünstler versuchen: Das Spiel ist zum 'Spiel des Jahres 2018' gekürt worden. Foto: imago/Pressedienst Nord/Björn Hake
Bei "Azul" kann man sich als Mosaikkünstler versuchen: Das Spiel ist zum "Spiel des Jahres 2018" gekürt worden.

Steinchen geschickt auswählen und anlegen, darum geht es in "Azul". Die Jury kommt aus dem Schwärmen nicht mehr heraus.

shz.de von
23. Juli 2018, 12:15 Uhr

Berlin | Die wichtigste deutsche Auszeichnung für analoge Gesellschaftsspiele geht in diesem Jahr an das taktische Legespiel "Azul". Diese Entscheidung gab die Jury am Montag in Berlin bekannt.

Bei "Azul" geht es darum als Fliesenleger die Wände eines Königspalasts optimal mit Mosaiken zu gestalten. Der Empfehlung nach kann "Azul" von zwei bis vier Spielern ab einem Alter von acht Jahren gespielt werden. Die Spieldauer wird auf 30 bis 45 Minuten beziffert. Erschienen ist das Spiel im Verlag Next Move (Montréal), es kostet etwa 40 Euro. Auf der Website der Auszeichnung stellt ein Video das Spiel kurz vor:

In der Begründung für die Kür zum "Spiel des Jahres 2018" heißt es: "Das abstrakte 'Azul' vereint vermeintliche Gegensätze: Die fast schon nüchterne Funktionalität des Spielbretts ist ein gelungener Kontrast zur wunderbaren Ästhetik des entstehenden Mosaiks. Die Haptik der Kachelsteine verstärkt den wertigen Eindruck. Allein das Material ist ein Genuss. Zudem ist Autor Michael Kiesling die Meisterleistung gelungen, einem einfachen Auswahlmechanismus so viel Tiefgang zu verleihen, dass dieser einen nahezu endlosen Wiederspielreiz auslöst."

Weitere Nominierte

Ebenfalls für den Preis "Spiel des Jahres" nominiert waren "Luxor" vom Verlag Queen Games (Troisdorf) und "The Mind" vom Nürnberger-Spielkarten-Verlag (Fürth). Den begehrten "Pöppel" der Jury als "Kennerspiel des Jahres" erhielten "Die Quacksalber von Quedlinburg" (Verlag Schmidt Spiele, Berlin; zwei bis vier Spieler ab zehn Jahren).

Der Titel "Spiel des Jahres" wurde erstmals 1979 vergeben, in diesem Jahr zum 40. Mal. Die Jury besteht aus ehrenamtlichen Kritikern aus dem deutschsprachigen Raum. Ziel der jährlichen Preisverleihung ist "die Förderung des Spiels als Kulturgut in der Familie und in der Gesellschaft". Berücksichtigt werden deutschsprachige Spiele des aktuellen Jahres und des Vorjahres. Seit 2001 gibt es auch den Preis "Kinderspiel des Jahres" und seit 2011 das "Kennerspiel des Jahres". Die Auszeichnung ist nicht mit einem Preisgeld verbunden, allerdings dürfen die Preisträger mit dem Signet der Jury werben.

Weiterlesen: Das ist das Kinderspiel des Jahres 2018

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