Vorgaben streng genug : Stephan Weil gegen schärfere CO2-Auflagen für die Autoindustrie

Sitzt als Ministerpräsident von Niedersachsen im Aufsichtsrat des Autoherstellers Volkswagen: Stephan Weil (SPD) will die Autoindustrie nicht mit noch strengeren Vorgaben belasten. Foto: dpa/Peter Steffen
Sitzt als Ministerpräsident von Niedersachsen im Aufsichtsrat des Autoherstellers Volkswagen: Stephan Weil (SPD) will die Autoindustrie nicht mit noch strengeren Vorgaben belasten.

Die Forderung der Bundesumweltministerin nach härteren Abgasvorgaben lehnt Ministerpräsident Stephan Weil ab.

shz.de von
20. Juli 2018, 21:26 Uhr

Hannover | Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil hat vor zu hohen Umweltauflagen für die Autoindustrie gewarnt. "Man darf den Bogen nicht überspannen", sagte der SPD-Politiker, der auch im VW-Aufsichtsrat sitzt, der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Samstag).

Mit Blick auf Forderungen von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) nach härteren CO2-Vorgaben wies Weil darauf hin, dass die EU hier bereits jetzt weltweit die strengsten Vorgaben für die Autoindustrie habe. "Ich kann nur dringend davor warnen, das weiter zu verschärfen", sagte er.

Realisierbare Vorhaben

Die Politik müsse ein Gefühl dafür haben, dass das, was sie vorgibt, auch realisierbar sei. Die Transformation der Automobilindustrie laufe. "Wir dürfen aber nicht übers Ziel hinausschießen und unsere wichtigste Industrie mit vielen tausend Arbeitsplätzen gefährden", sagte Weil der Zeitung.

Offen zeigte sich der Ministerpräsident für Vorschläge, die Wende zur Elektromobilität auch über Mindestquoten für emissionsarme Fahrzeuge zu erreichen. "Wenn es rechtlich möglich ist und wenn die Erwartungen nicht überzogen werden, dann ist das ein interessanter Ansatz, der eine Prüfung wert ist", sagte er.

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