Experten uneinig : Steht Norddeutschland ein "Wüstensommer" bevor?

Der Sommer im Norden ist bislang ungewöhnlich warm und trocken. Ob es aber dabei bleibt, kann nicht seriös beantwortet werden.
Der Sommer im Norden ist bislang ungewöhnlich warm und trocken. Ob es aber dabei bleibt, kann nicht seriös beantwortet werden.

Einige Wetterexperten prognostizieren einen Wüstensommer für den Norden. Aber nicht alle Meteorologen sind sich sicher.

shz.de von
05. Juli 2018, 16:16 Uhr

Hamburg | "Wüstensommer": Häufig wird in den vergangenen Tagen mit diesem Begriff der aktuelle Sommer in Norddeutschland beschrieben. Ein Wetter, das man so eigentlich nur in der Wüste kennt: Tagsüber wird es heiß, nachts dafür vergleichsweise kalt. Und wie einige Wetterexperten prognostizieren, soll es auch in den kommenden Wochen so bleiben.

Felix Herz vom Deutschen Wetterdienst (DWD) allerdings erklärt, dass "Wüstensommer" kein meteorologischer Fachbegriff ist. "Der Begriff wird auch nicht angewandt", sagt er. Ebenso wenig könne man versprechen, dass das Wetter tatsächlich langfristig so bleibt. "Mit den heutigen Vorhersagemethoden lässt sich keine zuverlässige Jahreszeitenprognose für den gesamten Sommer treffen", erklärt der Meteorologe. "Eine einigermaßen genaue Vorhersage ist grundsätzlich für einen Zeitraum von fünf bis sieben Tagen möglich. Anschließend lässt sich für die darauffolgenden sieben Tage ein grober Trend erkennen."

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Was dagegen stimmt: Es ist ungewöhnlich warm und trocken. Und zumindest in den kommenden Tagen soll es in Norddeutschland auch sonnig bleiben. "Zum Anfang der kommenden Woche ziehen vorübergehend dichtere Wolken auf, die jedoch kaum Regen bringen, meist bleibt es trocken. Ab Mitte der kommenden Woche gibt es dann nach aktuellem Stand einen Wechsel aus Sonne und Wolken, es bleibt aber insgesamt freundlich", so Herz.

Und auch warm soll es bleiben: Im Binnenland steigt das Thermometer laut Herz auf etwa 25 Grad, Ende der kommenden Woche bis auf 28 Grad. In Küstennähe liegen die Tageshöchsttemperaturen meist zwischen 18 und 22 Grad, zum Wochenende hin auf 22 bis 25 Grad. "In der darauffolgenden Woche zeichnet sich ein ähnliches Temperaturniveau ab", sagt er.

Dass es in den Nächten tatsächlich so kalt wird, wie "Wetterexperten" verschiedener Internetportale ankündigen, kann er für den Norden nicht bestätigen. "Die nächtlichen Tiefstwerte sind stark von der Bewölkung abhängig", sagt Felix Herz. Im Allgemeinen würden sie bei 14 bis 11 Grad liegen, bei klarem Himmel können sie gebietsweise allerdings auch auf 10 bis 8 Grad absinken.

Wer genau wissen will, wie das Wetter in seiner Region in den kommenden Tagen wird, kann sich auf der Website des Deutschen Wetterdienstes informieren.

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