Ermittlungen : "Spiegel": E-Mails belasten frühere Bremer Bamf-Chefin

Die Ermittler prüfen Vorwürfe, wonach Ulrike B. für mehr als 1200 zu Unrecht positiv entschiedene Asylverfahren verantwortlich sein soll.
Die Ermittler prüfen Vorwürfe, wonach Ulrike B. für mehr als 1200 zu Unrecht positiv entschiedene Asylverfahren verantwortlich sein soll.

Die Korrespondenz enthalte Anhaltspunkte, dass Ulrike B. mit zwei ebenfalls beschuldigen Anwälten zusammengewirkt habe.

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22. Juni 2018, 20:54 Uhr

Bremen | In der Affäre um das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) hat die Polizei nach Angaben des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" E-Mails gesichert, die die frühere Leiterin der Bremer Bamf-Außenstelle belasten. Die Korrespondenz enthalte Anhaltspunkte, dass Ulrike B. mit zwei ebenfalls beschuldigen Anwälten zusammengewirkt habe, um möglichst vielen Antragstellern schnell zu einem positiven Bescheid zu verhelfen – unabhängig davon, ob deren Angaben wahr und vollständig seien.

In einer E-Mail vom Oktober 2014 soll B. laut "Spiegel" gegenüber einem der Anwälte offen eingeräumt haben, "das System" zu betrügen, um syrischen Antragstellern den Aufenthalt in Deutschland zu sichern.

Weiterlesen: Neuer Bamf-Chef Sommer will schnelle Asylverfahren

Die Bremer Staatsanwaltschaft wollte sich mit Blick auf die laufenden Ermittlungen am Freitag nicht äußern. Die Ermittler prüfen in dem Fall Vorwürfe, wonach Ulrike B. für mehr als 1200 zu Unrecht positiv entschiedene Asylverfahren verantwortlich sein soll. Der Anwalt der Ex-Außenstellen-Leiterin weist die Vorwürfe gegen seine Mandantin zurück.

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