Schaffen statt schlafen : Smart Sleep: Was taugt die Pille aus der „Höhle der Löwen“?

Smart Sleep: Bringt Markus Dworak die Leistungsträger von Vox dazu, sein Schlafmittel zu schlucken? Foto: MG RTL D / Frank Hempel
Smart Sleep: Bringt Markus Dworak die Leistungsträger von Vox dazu, sein Schlafmittel zu schlucken? Foto: MG RTL D / Frank Hempel

Leistungsethos in der „Höhle der Löwen“: Mit Smart Sleep sollen wir mit weniger Schlaf mehr schaffen. Klappt es?

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18. September 2018, 00:01 Uhr

Berlin | Schlaflos, aber erfolgreich: Für die Kunden von Smart Sleep soll dieses Ideal endlich Wirklichkeit werden. Funktioniert es? Wir haben das Schlafmittel aus Folge 3 der Vox-Show „Höhle der Löwen“ (Dienstag, 18. September, ab 20.15 Uhr) getestet. Ohne zum Leistungsträger zu werden.

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Smart Sleep: Weniger schlafen, mehr leisten

Ich bin Vater von zwei kleinen Kindern und immer sehr müde. Auf das Versprechen erholsamen Schlafs falle ich noch bereitwilliger herein als auf Haarwuchsmittel oder Einlegesohlen, die mich in zehn Sekunden zehn Zentimeter wachsen lassen. Eigentlich sollte Dr. Markus Dworak also leichtes Spiel mit mir haben. Sein Nahrungsergänzungsmittel Smart Sleep, ein Mix aus Kautabletten und diabolisch schmeckenden Trinkampullen, verspricht Menschen mit grausam kurzem Schlaf die Erholung einer ausgedehnten Nachtruhe dank einer Kombination aus Creatin ("das Energiemolekül"), Glycin, Magnesium, Zink und einiger Vitamine. Ich habe es mehrfach geschluckt und war am Morgen danach genauso gerädert wie immer. Dabei hätte mich selbst über einen klitzekleinen Placebo-Effekt gefreut. (Happy Po? Benutze ich selbst! Dagmar Wöhrl im Interview)

Das Versprechen von Smart Sleep

In einer Werbebroschüre lässt Smart Sleep acht Testimonials zu Wort kommen: eine Unternehmerin und zwei Olympioniken, den Profi-Basketballer, das Model und eine Kinderärztin, die zweimal den Ironman gewonnen hat. Sie alle wiederholen gebetsmühlenartig ein einziges Wort: "Leistung". Im Subtext appelliert Smart Sleep damit an Menschen, die auch endlich zur Elite gehören wollen – eine Sehnsucht, an die selbst die Labors anknüpfen, in denen das Wundermittel gebraut wurde. Selbstverständlich stehen sie in Harvard. Das alles klingt für ein Vitamin-Präparat eher ungesund: Erfolgreiche Menschen schlafen nicht – sie schaffen. Kokser argumentieren so ähnlich. ("Ich brauche Hunderte Millionen!" Frank Thelen im Interview)

Die weiteren Pitches aus Folge 3 der „Höhle der Löwen“ stellt Vox in einer Pressemitteilung vor, die wir hier wiedergeben:

Kleben nach Zahlen: Dot on Art

Annette Siegle (41) aus Schwieberdingen, Tanja Haller (45) aus Stuttgart und Julia Habermaier (41) aus Kornwestheim wollen die Welt ein bisschen klebenswerter machen. Die drei Schwäbinnen haben für die „Löwen“ eine Auswahl ihrer Do-it-yourself-Kunst mitgebracht. „Dot On Art” nennen die drei ehemaligen Kolleginnen und Werberinnen die Technik, bei der man mit Klebepunkten und Punkteraster Kunstwerke selbst kreativ anfertigen kann. Alle drei Gründerinnen sind Working Mums von insgesamt sieben Kindern und arbeiten vor allem nachts an ihrem kleinen Start-up: Mit Hilfe der „Löwen“ soll „Dot on Art” wachsen und als Marke aufgebaut werden. Für ein Investment von 100.000 Euro bieten die drei Gründerinnen 20 Prozent ihres Unternehmens.

Insektenburger: Bugfoundation

Baris Özel aus Osnabrück und Max Krämer aus Bremen kennen sich seit der Schulzeit und erklären: „Wir stellen köstliche, gesunde und nachhaltige Lebensmittel her. Und die haben’s in sich.“ Die Freunde präsentieren und servieren den „Löwen“ Deutschlands ersten Insektenburger, bestehend aus Buffalowürmern sowie vegetarischen Zutaten. Die Idee dazu haben sie von einer gemeinsamen Reise durch Asien mitgebracht, wo Insekten bereits auf dem Speiseplan stehen: „Einiges hat nicht geschmeckt, aber vieles hat gut geschmeckt“, erinnert sich Baris, und Max erklärt: „Deswegen haben wir beschlossen: Wir wollen Insekten in der westlichen Welt alltäglich machen. Außerdem ist unser Burger Dank der vielen Proteine gesünder.“ Für ein Investment von 225.000 Euro würden sich die Freunde von 7,5 Prozent ihrer geliebten Firma trennen.

Drücken im Rücken: Plankpad

André Reinegger (40) aus Aachen weiß ganz genau, wen er als Investor für seinen interaktiven Bodyweight-Trainer mit im Boot haben will: „Ich bin fest davon überzeugt, dass ich die ‚Löwen‘ begeistern werde, und Frank Thelen wird das Ding nehmen!“ prophezeit der Diplom-Designer. „80 Prozent aller Menschen leiden mindestens einmal in ihrem Leben an Rückenschmerzen“, weiß André. So auch er selbst. „Das einzige was mir wirklich geholfen hat, war die Plank-Übung. Das Problem an der Übung: Sie ist total langweilig.“ Der Technik-Fan wollte Abhilfe schaffen und entwickelte das „Plankpad”: ein Balance-Board mit einer App, die die Übungen dynamisch mit Spielen und Workouts verbindet. Für sein Unternehmen erhofft sich André Reinegger ein Investment von 50.000 Euro und bietet dafür 15 Prozent Firmenanteile.

Künstliches Frühchen: Sim Characters

Die „Löwen“ machen Bekanntschaft mit Baby Paul: Dem weltweit kleinsten Patientensimulator. Paul entspricht in fast jeder Hinsicht einem Frühgeborenen der 27. Schwangerschaftswoche – und er rettet Kinderleben, denn Mediziner können dank Paul die Versorgung von Frühgeborenen unter realistischen Bedingungen trainieren. Und der Bedarf ist groß: „Wir versorgen jeden dritten Tag ein Frühgeborenes“, berichtet Dr. Jens Schwindt (44), Kinderarzt in Wien. Weltweit sind es sogar 15 Millionen Kinder, die zu früh auf die Welt kommen. Gründer Jens Schwindt und Michael Hoffmann (54, Head of Finance) stellen den „Löwen“ ihre Firma „Sim Characters” vor, die mit Simulatoren die Versorgung kritisch kranker Kinder weltweit verbessern soll. Mit einem Investment von 1.000.000 Euro könnte die Weiterentwicklung und der Vertrieb des Hochtechnologie-Produkts weiter vorangetrieben werden. Im Gegenzug bieten Jens Schwindt und Michael Hoffmann zehn Prozent der Firmenanteile.

Weitere Themen der Show: Es gibt ein Wiedersehen mit den Parodont-Gründern Ismail und Hüsnü Özkanli aus Berlin sowie mit den Berlinern Oliver Elsoud und Frank Schmischke von Happy Po.

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