Ruhe in Nahost : Militante Palästinenser erklären vorerst Ende der Kämpfe am Gazastreifen

Die Lage zwischen militanten Palästinensern im Gazastreifen und Israel ist zugespitzt. Hier inspizieren Arbeiter den Schaden in einem städtischen Wasserverteilungszentrum nach einem israelischen Luftangriff. Foto: dpa/Adel Hana/AP
Die Lage zwischen militanten Palästinensern im Gazastreifen und Israel ist zugespitzt. Hier inspizieren Arbeiter den Schaden in einem städtischen Wasserverteilungszentrum nach einem israelischen Luftangriff. Foto: dpa/Adel Hana/AP

Kurz zuvor war eine schwangere Frau und ihre kleine Tochter bei Angriffen der israelischen Luftwaffe getötet.

shz.de von
10. August 2018, 06:58 Uhr

Gaza/Tel Aviv | Nach israelischen Luftangriffen als Reaktion auf Beschuss aus dem Gazastreifen hat in der Nacht zum Freitag vorerst Ruhe geherrscht. Gegen Mitternacht hatten militante Palästinenser nach eigenen Angaben ein Ende der Kämpfe mit Israel erklärt. Es sei eine Vereinbarung der gegenseitigen Ruhe unter Vermittlung von Ägypten und dem UN-Nahostgesandten Nikolay Mladenov geschlossen worden, teilten die Widerstandskomitees im Gazastreifen mit. Diese sei nun in Kraft, unter der Bedingung, dass Israel sich daran halte. Zu der Gruppierung gehört auch die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Palästinenserorganisation Hamas. Israel bestätigte die Vereinbarung zunächst nicht.

Schwangere Frau bei Angriffen getötet

Die israelische Luftwaffe hatte schon in der Nacht zum Donnerstag Ziele der radikalislamischen Hamas angegriffen. Dabei wurden nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums eine schwangere Frau und ihre 18 Monate alte Tochter sowie ein Mitglied des militanten Arms der Hamas getötet. 27 weitere Palästinenser wurden demnach insgesamt verletzt. In Israel wurden nach Angaben der Armee durch Beschuss aus dem Gazastreifen sieben Menschen verletzt.

Die israelische Armee zählte bis Donnerstagmorgen rund 150 Raketen, die aus dem Gazastreifen in Richtung Israel abgefeuert wurden. Das israelische Sicherheitskabinett befahl der Armee, "weiterhin hart gegen die terroristischen Elemente vorzugehen", wie ein Sprecher von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu mitteilte. Mehr als 30 palästinensische Raketen wurden abgefangen, der Rest schlug meist auf freiem Gelände ein, wie die Armee mitteilte. Sie attackierte nach eigenen Angaben daraufhin mehr als 150 militärische Ziele im Gazastreifen - unter anderem Trainingscamps, Lagerstätten und eine Waffenfabrik.

Auswärtiges Amt besorgt

Das Auswärtige Amt zeigte sich besorgt über die jüngste Konfrontation. Alle Bemühungen um Vermittlung und Beilegung des Konfliktes, insbesondere seitens Ägyptens und der Vereinten Nationen, müssten intensiviert werden, hieß es in einer Erklärung in Berlin. Frankreich verurteilte den Abschuss von Raketen auf Israel ebenfalls. Die radikalislamische Hamas wird von Israel, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie hat sich die Zerstörung Israels auf die Fahne geschrieben.

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