88 Tote im Jahr 2017 : Risiko Absturz: Mehr tödliche Arbeitsunfälle auf Baustellen

In Saarbrücken verletzten sich Arbeiter auf einer Baustelle schwer als eine Decke einstürzte. Foto: imago/Becker&Bredel
In Saarbrücken verletzten sich Arbeiter auf einer Baustelle schwer als eine Decke einstürzte. Foto: imago/Becker&Bredel

Von den mehr als 100.000 jährlichen Arbeitsunfällen hat jeder fünfte mit Herunterfallen zu tun.

shz.de von
02. September 2018, 10:59 Uhr

Berlin | Die Berufsgenossenschaft dringt darauf, Bauarbeiter bestmöglich gegen Abstürze abzusichern. Die Zahl der Arbeitsunfälle gehe in der Bau- und Reinigungsbranche zwar insgesamt zurück, im vergangenen Jahr seien dabei aber mehr Menschen gestorben. "Hinter jedem einzelnen Arbeitsunfall steckt ein persönliches Schicksal", erklärte der Hauptgeschäftsführer der BG Bau, Klaus-Richard Bergmann.

Rund 103.800 Arbeitsunfälle wurden gemeldet. Das waren etwa 1000 weniger als 2016 und fast 18.500 weniger als noch vor einem Jahrzehnt. Ein Schwerpunkt seien Unfälle, bei denen Menschen fielen oder abstürzten – "auch schon aus geringen Höhen", berichtete die Berufsgenossenschaft. Das passiere in jedem fünften Fall.

Größeres Bewusstsein schaffen

Solche Abstürze können tödlich enden. Bei Unfällen kamen in der Branche im vergangenen Jahr 88 Menschen ums Leben – das waren 15 mehr als noch 2016. Diesen Trend hatten schon vorläufige Zahlen dargelegt, nun liegt die abschließende Statistik vor. In vier von zehn tödlichen Unfällen waren Menschen abgestürzt.

"Die Regeln und Vorschriften zum Schutz gegen Abstürze, wie Seitenschutz, Absperrungen an Arbeitsflächen, Fanggerüsten und Auffangnetzen müssen konsequent beachtet und umgesetzt werden", forderte Bergmann. Grundsätzlich sieht er aber ein größeres Bewusstsein der Unternehmen für Sicherheit.

Arbeitgeber und zuständige Ärzte müssen Arbeitsunfälle spätestens dann der Berufsgenossenschaft melden, wenn Beschäftigte wegen einer Verletzung mindestens drei Tage nicht arbeiten können. Unfälle von Selbstständigen, die selbst Mitarbeiter haben, tauchen oft nicht in der Statistik auf, weil sie nicht in der Berufsgenossenschaft sein müssen. Sie können sich freiwillig versichern. Bei Beschäftigten zahlt dagegen das Unternehmen Beiträge zur Unfallversicherung.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen