Kurioser Fall am OLG Düsseldorf : Richter legt fest: Dreijähriger kann alleine auf die Toilette gehen

Ein Kind hat nachts einen Wasserschaden in Höhe von rund 15.000 Euro verursacht - Konsequenzen müssen die Eltern nicht befürchten (Symbolbild). Foto: imago/Bernhard Classen
Ein Kind hat nachts einen Wasserschaden in Höhe von rund 15.000 Euro verursacht - Konsequenzen müssen die Eltern nicht befürchten (Symbolbild). Foto: imago/Bernhard Classen

Die Eltern eines Kindes, das nachts eine Badezimmerüberschwemmung ausgelöst hat, müssen nicht für den Schaden haften.

shz.de von
24. Juli 2018, 16:07 Uhr

Düsseldorf | Wenn Eltern ein dreijähriges Kind zu Bett gebracht haben, müssen sie sich nur noch in Hörweite aufhalten. Eine weitergehende Überwachung des Kindes ist nicht erforderlich, wie das Oberlandesgericht (OLG) Düsseldorf in einem am Dienstag bekanntgegebenen Beschluss entschied. Es sprach damit eine Mutter von der Mitverantwortung für einen Wasserschaden frei.

Kinder müssen nachts nicht unter ständiger Beobachtung stehen

Der kleine Junge war nachts auf die Toilette gegangen und hatte mit zuviel Toilettenpapier den Abfluss verstopft. Weil sich dann auch noch der Spülknopf verhakte, kam es zu einer Überschwemmung, bei der das Wasser in die Wohnung darunter tropfte.

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Die Wohngebäudeversicherung wollte einen Teil des Schadens von 15.000 Euro von der Mutter des Kindes wiederhaben. Diese habe ihre Aufsichtspflicht verletzt. Das sahen Richter des Düsseldorfer Oberlandesgerichtes anders: Sie wiesen in einem Beschluss darauf hin, dass Kinder nachts in einer geschlossenen Wohnung nicht unter ständiger Beobachtung stehen müssen. Entsprechend müssten die Eltern im konkreten Fall nicht für den Schaden aufkommen, wie das Gericht am Dienstag mitteilte.

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