"Crida Nacional per la República" : Puigdemont ruft neue katalanische Separatistenbewegung ins Leben

Freundliches Händeschütteln im May 2018, als Qim Torra (links) zum Nachfolger von Carles Puigdemont gewählt worden war. Nun wollen sie gemeinsame Sache machen. Foto: imago/ZUMA Press/Emmanuele Contini
Freundliches Händeschütteln im May 2018, als Quim Torra (links) zum Nachfolger von Carles Puigdemont gewählt worden war. Nun wollen sie gemeinsame Sache machen.

Der frühere Regionalpräsident Carles Puigdemont will weiter auf eine eigenständige katalanische Republik hinarbeiten.

shz.de von
16. Juli 2018, 21:48 Uhr

Barcelona | Der frühere katalanische Regionalpräsident Carles Puigdemont und sein Nachfolger Quim Torra haben am Montag eine neue separatistische Bewegung aus der Taufe gehoben. Unter dem Namen "Crida Nacional per la República" (Nationaler Ruf nach der Republik) soll die Organisation dazu dienen, auf die Gründung einer eigenständigen katalanischen Republik hinzuarbeiten, wie spanische Medien am Abend berichteten.

Auf Twitter schrieb Puigdemont: "Ich habe mich der 'CridaNacional' angeschlossen und ermutige euch alle es mir gleich zu tun."


An einem Festakt im Barcelona, bei dem ein entsprechendes Manifest verlesen wurde, nahm der 55 Jahre alte Puigdemont per Videoschalte teil. Er forderte alle Interessenten auf, sich der Bewegung anzuschließen. Puigdemont war im Herbst im Zuge eines verbotenen Unabhängigkeitsreferendums ins Ausland geflohen und hält sich derzeit in Deutschland auf. "Das Volk hat dem Mandat (des Referendums) immer die Treue gehalten und trotz aller Schwierigkeiten nicht nachgegeben", sagte Puigdemont. "Wir müssen weiterkämpfen, uns der ungerechtfertigten Repression stellen und uns weiter in Richtung einer katalanischen Republik bewegen."

Auslieferung – aber nicht wegen Rebellion

Nach dem Referendum war Puigdemont von der spanischen Zentralregierung in Madrid abgesetzt worden und mit mehreren Mitstreitern ins Exil geflüchtet. Weitere katalanische Spitzenpolitiker sitzen seit dem Herbst in U-Haft. Dennoch hatten die Separatisten bei einer Neuwahl im Dezember erneut die Mehrheit errungen. Damals war Puigdemont noch mit dem Wahlbündnis Junts per Catalunya angetreten - dieses könnte Medienberichten zufolge nun in der neuen politischen Bewegung aufgehen.

Die Justiz in Schleswig-Holstein will den Politiker wegen des Vorwurfs der Veruntreuung an Spanien ausliefern - aber nicht wegen Rebellion, dem Hauptvorwurf der spanischen Justiz. Ein Richter in Madrid muss über das weitere Vorgehen entscheiden.

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