Player Unknown's Battlegrounds : Wie das unfertige Computerspiel PUBG endlich verbessert werden soll

Player Unknown's Battlegrounds ist derzeit eines der beliebtesten Computerspiele.
Player Unknown's Battlegrounds ist derzeit eines der beliebtesten Computerspiele.

"Player Unknown's Battlegrounds" hat viele Fehler. Nun wollen die Entwickler das Spiel endlich verbessern.

shz.de von
12. August 2018, 09:27 Uhr

Hamburg | Zugegeben, es ist ein etwas sperriger Name, den Entwickler Brendan Greene seinem Spiel 2017 verpasste: Player Unknown's Battlegrounds. Doch aus dem Spiel, das abgekürzt im Internet auch unter PUBG (gesprochen als "Papptschie") zu finden ist, wurde innerhalb kürzester Zeit eines der meistgespielten Games dieser Tage – und das trotz vieler, vieler Fehler (Bugs) im Programmcode. Damit soll jedoch bald Schluss sein.

Wie die Entwickler das anstellen wollen, erfahren Sie nach einem kurzen Überblick über PUBG.


Was steckt hinter Player Unknown's Battlegrounds?

PUBG ist wie sein großer Konkurrent Fortnite ein sogenanntes Battle-Royale-Spiel und funktioniert nach einem einfachen Spielprinzip: Bis zu 100 Spieler springen über einer einsamen Insel ab und kämpfen dort ums Überleben – entweder in Teams oder alleine. Alle Spieler starten ohne Ausrüstung und müssen Waffen, Schutzbekleidung oder Heilmittel auf der Insel finden. Doch dabei ist Vorsicht geboten, denn hinter jeder Ecke könnte ein Gegner lauern.

Verstecken alleine hilft beim Überlebenskampf allerdings nur bedingt: Die Karte wird mit fortlaufender Spielzeit immer kleiner und die überlebenden Spieler werden zu einem finalen Showdown zusammendrängt. Das macht einen großen Reiz des Spiels aus: Aggressive Spieler schaffen es nur selten unter die Top 10 einer Runde. Die besten Chancen haben Spieler, die Angriff, Verstecken und taktische Absprachen mit den Teamkameraden zu vereinen vermögen.

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Was macht PUBG so besonders?

PUBG hat ein anderes Publikum als Fortnite. Das Spiel ist deutlich realistischer als der Konkurrent von Epic. In Player Unknown's Battlegrounds wird mit Waffen gekämpft, die auch von echten Militärs genutzt werden. Die Waffenphysik ist realistisch: Automatikgewehre haben einen Rückstoß und die Projektile haben Flugkurven. Auch die drei spielbaren Karten Erangel (Russland), Miramar (Mexiko) und Sanhok (Südostasien) sind angelehnt an echte Regionen auf der Welt. In Deutschland ist PUBG erst ab 18 Jahren freigegeben.

In jedem Spiel gleichermaßen gefürchtet wie verachtet: Scharfschützen, die aus dem Hinterhalt angreifen.
Bluehole
In jedem Spiel gleichermaßen gefürchtet wie verachtet: Scharfschützen, die aus dem Hinterhalt angreifen.


Woher kommt "Winner Winner Chicken Dinner!"?

PUBG ist trotz allen Realismus' ein Spiel. Das ist nicht zuletzt am mittlerweile berühmten Satz "Winner Winner, Chicken Dinner!" zu erkennen, der ausschließlich dem Gewinner einer Runde vorbehalten ist. Dann wird der Spruch auf dem Bildschirm angezeigt und ist die Belohnung für viele harte Kämpfe.

Woher der Ausspruch kommt, ist nicht abschließend geklärt. Aber es gibt Theorien. Am wahrscheinlichsten geht der Spruch auf eine amerikanische Casino-Legende zurück. So kostete früher ein Hähnchengericht zwei Dollar, so viel wie der Standard-Wetteinsatz. Vom Gewinn konnte man also einmal Hähnchen essen. Der Satz "Winner Winner, Chicken Dinner!" (zu deutsch: "Gewinner Gewinner, Hühnchen Abendessen!") tauchte in diesem Zusammenhang im Casino-Thriller "21" auf. Dort fällt er bei einer Glückssträhne und einem großen Gewinn. Eine andere Theorie stammt aus einem Buch über den Sprachgebrauch des amerikanischen Straßen-Würfelspiels namens "Craps“. Auch hier bedeutete ein Gewinn, dass man sich ein gutes Abendessen (Huhn) leisten konnte.

Wie kam es zum Spielnamen Player Unknown's Battlegrounds?

Brendan Greene ist der leitende Entwickler von "PUBG". Für andere Spiele hat er in der Vergangenheit bereits Battle-Royale-Spielmodi entwickelt. Mit der Umsetzung soll er aber nie komplett zufrieden gewesen sein, sodass er sein eigenes Spiel entwickelte: PUBG. In Online-Spielen verwendete Greene für seine Spielfiguren den Nickname (zu dt. "Spitznamen") "PlayerUnknown". "Player Unknown's Battlegrounds" bedeutet also frei übersetzt: Das Schlachtfeld von Brendan Greene.

Die Umgebung von Player Unknown's Battlegrounds ist realistischer als etwa beim Konkurrenten Fortnite.
Bluehole
Die Umgebung von Player Unknown's Battlegrounds ist realistischer als etwa beim Konkurrenten Fortnite.


Wie hat sich PUBG seit der Veröffentlichung entwickelt?

Nachdem das südkoreanische Entwicklerstudio "Bluehole" Greene grünes Licht zur Umsetzung seiner Spielidee gab, ging alles rasend schnell. PUBG wurde im März 2017 als sogenannter Early-Access-Titel (zu dt. "früher Zugang") veröffentlicht. Das bedeutete für Spieler zum einen, dass sie früher PUBG zocken konnten, dass sie zum anderen aber auch mit Fehlern im Spiel, sogenannten Bugs, leben mussten.

Bereits nach den ersten sechs Tagen im Early Access wurden über 11 Millionen US-Dollar umgesetzt. Wenige Tage später erreichte das Spiel Platz 1 der Steam-Verkaufscharts, wo es sich mehrere Wochen halten konnte und erreichte Anfang April 2017 bereits über eine Million verkaufte Einheiten. Ende September 2017 waren es schon über zehn Millionen Einheiten – wohlgemerkt zehn Millionen Einheiten eines unfertigen Spiels.

Erst im Dezember veröffentlichte Bluehole dann die Version 1.0, was im Computerspiele-Jargon als fertige Version verstanden wird. Doch noch immer gab es Spielfehler und die Fans wurden ungeduldiger, einige wütend. Viele wollten nicht akzeptieren, dass der Programmcode immernoch schlecht war. So tummelten sich auch in Version 1.0 weiterhin Cheater (zu dt. "Betrüger), es gab weiterhin Spielfehler (einige Avatare etwa flogen plötzlich einfach durch die Luft, statt auf dem Boden zu laufen) oder es gab plötzliche Spielabbrüche. Aber das soll sich bald ändern.

Was steckt hinter "Fix PUBG"?

PUBG-Veteranen dürfen auf baldige Abhilfe hoffen. Die Entwickler wollen die Spielfehler mit der Initiative "Fix PUBG" aus Player Unknown's Battlegrounds entfernen. Ein Schritt, der viele leidgeprüfte PUBG-Zocker nach der Ankündigung am 8. August besänftigt hat. "Endlich wird auf die Wünsche der Fans eingegangen", heißt es in vielen Foren, die sich mit dem Spiel beschäftigen. Doch wie wollen die Entwickler Player Unknown's Battlegrounds fixen?

Im ersten Update, das kurz nach Bekanntwerden von "Fix PUBG" veröffentlicht wurde, wurden 100 Bugs behoben und die Spieleleistung (etwas) verbessert. Mit dem aktuellen Update sollen bereits Ladezeiten, Framerate-Einbrüche und mehr optimiert worden sein.

Dass die Initiative dringend nötig ist, zeigen die Spielerzahlen im Verlauf der Zeit. Auf Steam liegt der Allzeitrekord gleichzeitig spielender User bei einem kurzzeitigen Maximalausschlag von 3,2 Millionen, schreibt das Fachmagazin "Gamestar". In den letzten 24 Stunden vor der Veröffentlichung von "Fix PUBG" stand der Peak demnach "nur" bei 1,1 Millionen.

Auf der Website zu "Fix PUBG" geben die Entwickler einen Ausblick, was sonst noch passieren soll in naher Zuikunft: So soll bis Ende Oktober besonders das Cheater-Problem in PUBG angegangen werden. Auch sollen die Server-Leistungen verbessert und weitere Spielfehler entfernt werden.

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