"Unantastbarkeit der Person" : Papst verschärft Haltung zur Todesstrafe: Absolutes Nein

Nachdenklich: Papst Franziskus ließ den katholischen Katechismus umschreiben. Foto: imago/epd/Cristian Gennari
Nachdenklich: Papst Franziskus ließ den katholischen Katechismus umschreiben. Foto: imago/epd/Cristian Gennari

Mit einer neu formulierten Passage des Katechismus' setzt das katholische Oberhaupt ein klares Zeichen.

shz.de von
02. August 2018, 13:23 Uhr

Rom | Papst Franziskus hat die Haltung der katholischen Kirche zur Todesstrafe verschärft. Die Kirche lehre, "dass die Todesstrafe unzulässig ist, weil sie gegen die Unantastbarkeit und Würde der Person verstößt", heißt es in der neu formulierten Passage des Katechismus der Katholischen Kirche, die der Vatikan am Donnerstag veröffentlichte. Die Kirche setze sich "mit Entschiedenheit" für die Abschaffung der Todesstrafe in der ganzen Welt ein. Diese Form der Strafe stehe im Widerspruch zum Evangelium.

Bisher schloss der Katechismus - die Leitlinie der katholischen Lehre - die Todesstrafe als letztes Mittel nicht prinzipiell aus.

"Lange Zeit wurde der Rückgriff auf die Todesstrafe durch die rechtmäßige Autorität - nach einem ordentlichen Gerichtsverfahren - als eine angemessene Antwort auf die Schwere einiger Verbrechen und als ein annehmbares, wenn auch extremes Mittel zur Wahrung des Gemeinwohls angesehen", hieß es jetzt in der Mitteilung des Vatikans. Heute gebe es aber ein wachsendes Bewusstsein dafür, dass die Würde der Person auch dann nicht verloren geht, wenn jemand schwerste Verbrechen begangen habe.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen