46-Tage-Vorhersage : Neue Prognosen: Bleibt die Dürre bis Mitte September?

Der Dürremonitor zeigt, wo der Boden im historischen Vergleich besonders trocken ist.
Der Dürremonitor zeigt, wo der Boden im historischen Vergleich besonders trocken ist.

Glaubt man einer Prognose des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersagen, soll die Dürre anhalten.

shz.de von
31. Juli 2018, 16:29 Uhr

Hamburg | Regen ist in den vergangenen Wochen vielerorts Fehlanzeige gewesen. Laut einer neuen 46-Tage-Vorhersage des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF) soll das auch erstmal bis mindestens Mitte September so bleiben. Wetterexperte Jörg Kachelmann verbreitete einen Tweet mit einem Zeitraffer-Video, dass die Entwicklung bis September zeigen soll: "Nach der neuen 46-Tage-Vorhersage des ECMWF würde sich die Dürre bei uns bis Mitte September laufend verschärfen", schreibt Kachelmann dazu.


Trotz des verheerendes Bildes, dass die Wettervorhersage darstellt, muss man die Daten mit Vorsicht genießen: Ebenso wie bei anderen Modellen muss bedacht werden, dass, je weiter eine Prognose in die Zukunft geht, desto unklarer wird auch die Trefferquote. Die ECMWF-Vorhersage gilt aber zumindest als richtungsweisend. Der Juli wird als einer der heißesten seit Beginn der Messungen in die deutsche Wettergeschichte eingehen. Am Dienstag war es in Deutschland so heiß wie noch nie in diesem Jahr: Bereits um 14 Uhr waren es in Bernburg in Sachsen-Anhalt 39,2 Grad. Das sagte ein Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach. Besonders Landwirte leiden unter der anhaltenden Dürre.

Dieser Monitor gibt an, inwiefern die aktuelle Situation von den letzten 65 Jahren abweicht: Gelb steht für ungewöhnlich trocken, orange für schwere, dunkelrot für außergewöhnliche Dürre. Die Animation zeigt den Verlauf der Trockenheit von Januar bis Ende Juli diesen Jahres:

Der Dürremonitor zeigt den Zustand des Bodens von Anfang 2018 bis Ende Juli 2018.

Örtlich besteht in den kommenden Tage weiterhin zumindest die Chance auf vereinzelte Regenfälle, allerdings liegt die Quote unter dem üblichen Durchschnitt. Erst in den nächsten Wochen wird sich zeigen, ob die Dürre wirklich so langanhaltend ist, wie es die Vorhersagen ankündigen.

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Das Europäisches Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage ist eine internationale Organisation mit Sitz in Großbritannien, die 1975 gegründet wurde. Sie wird von 22 Mitgliedstaaten getragen, darunter auch Deutschland. Zur wichtigsten Aufgabe der Organisation zählt die Berechnung von mittelfristigen, globalen Wettervorhersagen auf Basis physikalischer Modelle. (mit dpa)

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