Nach Vorfall mit LKA-Mann auf Pegida-Demo : Polizei entschuldigt sich beim ZDF-Kamerateam

Teilnehmer der Pegida-Demonstration in Dresden anlässlich eines Besuchs von Bundeskanzlerin Merkel (CDU).
Teilnehmer der Pegida-Demonstration in Dresden anlässlich eines Besuchs von Bundeskanzlerin Merkel (CDU).

Die Polizei in Dresden räumt Fehler beim Vorgehen gegen Journalisten des ZDF bei einer Pegida-Demo in Sachsen ein.

shz.de von
24. August 2018, 17:44 Uhr

Dresden | Der Dresdner Polizeipräsident Horst Kretzschmar hat sich nach ZDF-Angaben für das Vorgehen von Polizisten gegen ein Team des Senders am Rande einer Pegida-Demonstration entschuldigt. Das teilte der Sender nach einem Gespräch am Freitag mit.

Die Polizei habe eingeräumt, dass das ZDF-Team viel zu lange festgehalten worden sei. Der Vorgang solle seitens der Polizei gründlich nachgearbeitet werden.

Vor wenigen Tagen hatte der Polizeipräsident den Vorwurf der Behinderung von Journalisten am Rande des jüngsten Besuchs von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) noch zurückgewiesen. Das Vorgehen am Rande einer Pegida-Veranstaltung gegen ein ZDF-Team hatte eine bundesweite Debatte über eine Einschränkung der Pressefreiheit durch die sächsische Polizei ausgelöst.

Man habe deutlich gemacht, dass die Polizei die Geschehnisse falsch dargestellt habe, sagte die Moderatorin und Redaktionsleiterin von "Frontal 21", Ilka Brecht, nach dem Gespräch am Freitag. Das Videomaterial würde zeigen, dass die Strafanzeige erst nach der Identitätsfeststellung der Journalisten stattgefunden habe. Dadurch stelle sich die Frage, ob das Vorgehen überhaupt rechtmäßig war.

Bei Protesten gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der vergangenen Woche in Dresden hatte sich ein Demonstrant lautstark gegen ZDF-Filmaufnahmen gewehrt und den Journalisten vorgeworfen, eine Straftat zu begehen, indem sie ihn filmten. Daraufhin kontrollierte die Polizei das ZDF-Team, das erst nach einer Dreiviertelstunde wieder seiner Arbeit nachgehen konnte. Später stellte sich heraus, dass es sich bei dem Demonstranten um einen Mitarbeiter des sächsischen Landeskriminalamts handelte.

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