Nach Baby-Rauswurf von Abgeordneter : Thüringer Landtag richtet Stillzimmer für Mütter und ihre Babys ein

Die grüne Abgeordnete Madeleine Henfling mit ihrem neugeborenen Baby im Thüringer Landtag.
Die grüne Abgeordnete Madeleine Henfling mit ihrem neugeborenen Baby im Thüringer Landtag.

Stillen und gleichzeitig im Plenum sitzen, das ging im Thüringer Landtag nicht zusammen. Lösen soll das ein Stillzimmer.

shz.de von
11. September 2018, 16:52 Uhr

Erfurt | Thüringens Landtag bekommt ein Stillzimmer. Damit reagiert das Parlament auf die anhaltende Kritik am Rauswurf der grünen Abgeordneten Madeleine Henfling mit Baby aus einer Sitzung im August. Für das September-Plenum werde ein provisorisches Stillzimmer in einem nicht genutzten Raum neben dem Sitzungssaal eingerichtet, sagte ein Sprecher von Landtagspräsident Christian Carius am Dienstag in Erfurt.

Von der November-Sitzung des Landtags an soll es ein dauerhaftes Stillzimmer im ersten Obergeschoss geben. Zuvor berichtete die "Thüringer Allgemeine" über die Pläne.

Landtagspräsident sah "Kindeswohlgefährung"

Die Landtagsfraktion der Grünen hat zu dem Fall dem Verfassungsgericht in Weimar einen Eilantrag vorgelegt. Damit will sie erreichen, dass die Abgeordnete mit ihrem sechs Wochen alten Kind ihr Mandat wahrnehmen und zu den Landtagssitzungen und Abstimmungen kommen kann.

Madeleine Henfling hatte sich auch im Interview mit unser Redaktion zu ihrem Baby-Rauswurf im Thüringer Landtag geäußert. Sie kritisierte, dass Landtagspräsident Christian Carius (CDU) bei der Mitnahme von Babys in eine Landtagssitzung von einer "Kindeswohlgefährdung" gesprochen habe. Für junge Mütter sei es geradezu nicht möglich, ihr Mandat und das Stillen eines Babys unter einen Hut zu bringen.


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