Regenerative Energie : Wasserkühlung: Microsoft versenkt Datenzentrum vor Schottland

Das kalte Meerwasser vor den Inseln im Norden Schottlands kühlt das Datenzentrum, dadurch verbrauche es nur wenig Energie. Außerdem sei die Kühlung unter Wasser besser als an Land.
Das kalte Meerwasser vor den Inseln im Norden Schottlands kühlt das Datenzentrum, dadurch verbrauche es nur wenig Energie. Außerdem sei die Kühlung unter Wasser besser als an Land.

Bis zu fünf Jahre sollen ohne Wartung Daten gespeichert werden können – nur eine Reparatur ist nicht möglich.

shz.de von
07. Juni 2018, 11:21 Uhr

Kirkwall | Es ist ein Meilenstein in Microsofts „Project Natick“: Der Softwarekonzern hat vor den schottischen Orkney-Inseln ein Datenzentrum im Meer versenkt. Das Unternehmen wolle mit diesem Versuchsprojekt die Entwicklung von energieautarken Unterwasser-Datenzentren vorantreiben, teilte Microsoft UK am Mittwoch mit.

Das etwa containergroße Datenzentrum auf dem Meeresgrund ist ein Prototyp. Microsoft zufolge kann der etwa zwölf Meter lange weiße Zylinder voller Computer bis zu fünf Jahre lang ohne Wartung Daten speichern und verarbeiten. Sollte allerdings in dieser Zeit etwas kaputtgehen, ist eine Reparatur nicht möglich, wie der Sender BBC erklärte.

Das kalte Meerwasser vor den Inseln im Norden Schottlands kühlt das Datenzentrum, dadurch verbrauche es nur wenig Energie. Wie Projektleiter Ben Cutler sagte, sei die Kühlung unter Wasser zudem besser als an Land. Und da das Gasgemisch im Container sauerstoff- und wasserarm sei, werde eine Korrosion verhindert. Zusätzlich ist der Standort günstig, da die Orkney-Inseln mehr regenerative Energie produzieren als sie benötigen.

Das containergroße Datenzentrum beherbergt laut Microsoft 864 Server und hat eine Kapazität von 27,6 Petabyte. Foto: Franck Betermin/Microsoft /dpa
Franck Betermin/Microsoft /dpa
Das containergroße Datenzentrum beherbergt laut Microsoft 864 Server und hat eine Kapazität von 27,6 Petabyte. Foto: Franck Betermin/Microsoft /dpa

Die benötigte Energie kommt per Unterseekabel demnach von regionalen erneuerbaren Energiequellen. Genutzt werden Gezeitenturbinen des European Marine Energy Centre, zudem Wind und Solarzellen. Der Datenverkehr erfolgt ebenfalls über dieses Kabel.

Das Datenzentrum beherbergt 864 Server von Microsoft und hat eine Kapazität von 27,6 Petabyte - nach Angaben von Microsoft genug Platz, um etwa fünf Millionen Filme zu speichern.

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