Obdachloser fand sie schwer verletzt : 15-Jährige in Viersen mit Messer getötet – 25-Jähriger stellt sich

Ein Polizist durchsucht zusammen mit einem Spürhund ein Gebüsch im Viersener Casino Garten. Dort war am Montag ein Mädchen niedergestochen worden. Foto: dpa/David Young
Ein Polizist durchsucht zusammen mit einem Spürhund ein Gebüsch im Viersener Casino Garten. Dort war am Montag ein Mädchen niedergestochen worden. Foto: dpa/David Young

Nach dem tödlichen Messerangriff auf eine junge Frau am Niederrhein hat die Polizei den mutmaßlichen Täter gefasst.

shz.de von
11. Juni 2018, 19:18 Uhr

Viersen | Ein 15-jähriges Mädchen ist im niederrheinischen Viersen Opfer eines tödlichen Messerangriffes geworden. Die Bluttat ereignete sich am helllichten Tag am Montagmittag in einem Park der 75 000-Einwohner-Stadt. Bei der groß angelegten Fahndung nach dem Täter flüchtete ein junger Mann vor einer Polizeikontrolle, teilten die Ermittler mit. Der aus der Türkei stammende 25-Jährige stellte sich dann am frühen Abend auf einer Polizeiwache. Er ist polizeilich bekannt.

Seine mögliche Beteiligung an der Tat wird nun geprüft. "Wir ermitteln in alle Richtungen und auf Hochtouren", sagte eine Sprecherin der Polizei am Montagabend in Mönchengladbach. Ob der 25-Jährige über Nacht bei der Polizei bleiben muss, ließ die Sprecherin offen.

Die 15-Jährige aus Viersen ist rumänischer Herkunft. Sie wurde in ein Krankenhaus gebracht, wo sie wenig später starb. Die Polizei in Viersen ruft Zeugen auf, sich bei der Mordkommission zu melden.

Die Eltern des getöteten Mädchens haben am Montagabend Gedenkkerzen am Tatort niedergelegt. Von Heulkrämpfen geschüttelt brach die Mutter auf der Wiese zusammen. Auch der Vater war in den "Casinogarten" in der Innenstadt gekommen. Ein Obdachloser hatte den Eltern zuvor die Stelle auf einer Wiese gezeigt, an der das Mädchen am Mittag schwer verletzt zusammengebrochen war. Der Mann hatte nach eigenen Angaben noch versucht, sie zu retten: "Ich habe die Wunden zugehalten", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

In den vergangenen Monaten sind in Deutschland mehrere jugendliche Mädchen nach Gewaltverbrechen gestorben. So war erst am Wochenende der Tatverdächtige im Fall der getöteten 14-jährigen Susanna, Ali B., im Irak festgenommen worden. Der Flüchtling steht im Verdacht, das Mädchen aus Mainz vergewaltigt und umgebracht zu haben.

Bundesweit Aufmerksamkeit hatte im Dezember 2017 auch der Fall einer 15-Jährigen aus Kandel in Rheinland-Pfalz auf sich gezogen, die in einem Drogeriemarkt erstochen wurde. Am 18. Juni beginnt der Mordprozess gegen den angeblich gleichaltrigen Ex-Freund aus Afghanistan nach Jugendstrafrecht. Der Fall hatte eine Debatte über die Altersfeststellung von Flüchtlingen ausgelöst.

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) äußerte sich bestürzt: "Es ist erschreckend, was heute Mittag in Viersen passiert ist", sagte er in einer Mitteilung. Die tödlichen Verletzungen in einem öffentlichen Park machten ihn tief betroffen.

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