Niederlande : Messerattacke in Amsterdam: Angreifer sieht Islam beleidigt

Bei dem Angriff am Hauptbahnhof in Amsterdam wurden zwei Amerikaner verletzt.
Bei dem Angriff am Hauptbahnhof in Amsterdam wurden zwei Amerikaner verletzt.

Der Angreifer nannte in einem Verhör Geert Wilders und die angebliche Beleidigung des Islams als Grund für seine Tat.

shz.de von
03. September 2018, 21:57 Uhr

Amsterdam | Ein 19 Jahre alte Afghane, der zwei US-Touristen im Hauptbahnhof von Amsterdam niederstach und schwer verletzte, hat damit nach eigenen Angaben auf Beleidigungen des Islam in den Niederlanden reagiert. Bei seinen Vernehmungen gab er an, in den Niederlanden würden der Prophet Mohammed, der Koran, der Islam und Allah beleidigt. Er nannte dabei den Rechtspopulisten Geert Wilders, teilte die Staatsanwaltschaft am Montagabend in Den Haag mit.

Zuvor hatte ein Untersuchungsrichter in Amsterdam angeordnet, dass der junge Mann zunächst für zwei Wochen in Haft bleibt. Der Afghane, der in Rheinland-Pfalz als Asylbewerber lebte und dessen Name mit Jawed S. angegeben wurde, war noch im Bahnhof bei einem Fluchtversuch von Polizisten mit Schüssen gestoppt worden; die Kugeln trafen ihn im Unterleib. Der Untersuchungsrichter entschied, es gebe ausreichend Gründe, um den Mann weiterhin in Haft zu halten.

Keine Hinweise auf Mittäter

In der Mitteilung der Staatsanwaltschaft heißt es, der Afghane habe sich nicht ausdrücklich auf den Wettbewerb für Mohammed-Karikaturen bezogen, den Wilders für November geplant und am Vorabend des Messerangriffs abgesagt hatte. Wilders reagierte auf die Mitteilung der Staatsanwaltschaft im Kurznachrichtendienst Twitter: "Die Muslimterroristen hassen unsere Art zu leben und unsere Freiheiten. Sie beantworten Islamkritik mit Gewalt. Beinahe wöchentlich gibt es in Europa diese schrecklichen Messerangriffe auf unschuldige Menschen."

Es gebe bisher keinerlei Hinweise darauf, dass Jawed S. bei seinem Anschlag im Hauptbahnhof Mittäter gehabt habe, erklärte die Staatsanwaltschaft. Der junge Mann solle psychologisch und psychiatrisch untersucht werden. Derzeit befinde er sich noch unter Bewachung in einem Krankenhaus.

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