#MeToo-Aktivistin : Sex mit einem Minderjährigen: Asia Argento bestreitet Missbrauchsvorwürfe

Asia Argento beim Film Festival in Cannes. Foto: Imago/APress
Asia Argento beim Film Festival in Cannes. Foto: Imago/APress

Es habe niemals eine sexuelle Beziehung gegeben: Die Schauspielerin spricht von einer Verfolgung ihrer Person.

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21. August 2018, 18:36 Uhr

Los Angeles | Die Schauspielerin und #MeToo-Aktivistin Asia Argento (42) hat sich gegen Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gewehrt. Ein Bericht der "New York Times", demzufolge sie ihren jüngeren Schauspielkollegen Jimmy Bennett (22) missbraucht und ihm später Geld gezahlt haben soll, um eine Klage zu vermeiden, sei falsch, sagte Argento laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa am Dienstag. "Ich dementiere und weise den Inhalt des von der 'New York Times' veröffentlichten Artikels, der in den internationalen Medien zirkuliert, zurück."

Sie sei "zutiefst schockiert" über die "absolut falschen" Nachrichten und sprach von "Verfolgung". Sie habe nie irgendeine Form einer sexuellen Beziehung mit Bennett gehabt. Sie habe nie irgendeine Form einer sexuellen Beziehung mit Bennett gehabt, wurde die Italienerin zitiert. Bennett hatte 2004 in dem Film "The Heart Is Deceitful Above All Things" Argentos Sohn gespielt.

Angebliche Zahlungen

Die "New York Times" hatte berichtet, Argento habe in Kalifornien Sex mit Bennett gehabt, als er 17 und sie 37 Jahre alt war. Sex mit Unter-18-Jährigen ist in dem US-Bundesstaat strafbar. Bennett habe Jahre später 3,5 Millionen Dollar von Argento gefordert, im Frühjahr hätten sie sich auf 380.000 Dollar (rund 330.000 Euro) geeinigt.

Die schriftliche Forderung Bennetts und die anschließende Einigung mit Argentos Anwälten seien Teil einer Reihe von Dokumenten, die eine nicht identifizierte Quelle per verschlüsselter E-Mail an die "New York Times" geschickt habe, hieß es in der Zeitung. Drei mit der Sache vertraute Personen hätten der "New York Times" die Echtheit der Dokumente bestätigt. Auf Anfragen der Nachrichtenagentur dpa reagierten zunächst weder Argento noch Bennett oder ihre Sprecher und Anwälte.

Auch die Polizei in Los Angeles befasst sich mit dem Fall. Die Berichte seien zur Kenntnis genommen worden, bestätigte eine Sprecherin des Los Angeles County Sheriff Darren Harris der Deutschen Presse-Agentur. Es werde versucht, das mutmaßliche Opfer zu kontaktieren, um mögliche kriminelle Anschuldigungen angemessen zu dokumentieren. Bislang lägen zu dem angeblichen Vorfall keine Polizeiberichte vor.

Kritik an der #MeToo-Bewegung

Argento ist die Tochter von Schauspielerin Daria Nicolodi und Dario Argento, einem der prägendsten Horror- und Slasher-Film-Regisseure seiner Generation. Seit ihrer Kindheit steht sie vor der Kamera, für ihre Arbeit hat sie zahlreiche Auszeichnungen bekommen.

Mit dem Hashtag #MeToo haben sich Zehntausende Frauen im Internet als Opfer sexueller Übergriffe zu erkennen gegeben. Argento gehörte zu den ersten, die den Hollywoodproduzenten Harvey Weinstein beschuldigten, sie vergewaltigt zu haben. Seitdem forderte sie wiederholt Aufklärung und Verfolgung der Täter sexuellen Missbrauchs. Auch Argentos Partner, der Fernsehkoch Anthony Bourdain, der sich vor wenigen Monaten das Leben nahm, hatte die Bewegung unterstützt.

"Das Ausmaß der Scheinheiligkeit, die diese Entwicklung demonstriert, ist mehr als atemberaubend", sagte Weinsteins Anwalt Benjamin Brafman nun zu den Vorwürfen gegen Argento. Sein Klient sei "fast erleichtert" gewesen. Weinstein ist wegen sexueller Übergriffe in New York angeklagt und wartet derzeit auf seinen Prozess.

Tarana Burke, die als Gründerin der #MeToo-Bewegung gilt, wies derartige Kritik zurück. "Menschen werden diese Berichte nutzen, um die Bewegung zu diskreditieren – lasst das nicht geschehen", schrieb sie auf Twitter. "Wir sind alle keine perfekten Menschen und müssen für unser individuelles Verhalten geradestehen."

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