Summe über 300 Millionen Euro : Kurioser Bargeldtransport aus Deutschland fällt aus – Iran verzichtet

Ein geplanter großer Geldtransfer der Europäisch-iranischen Handelsbank in den Iran entfällt.
Ein geplanter großer Geldtransfer der Europäisch-iranischen Handelsbank in den Iran entfällt.

Bargeld in Millionenhöhe im Flugzeug in den Iran: Zu diesem umstrittenen Transfer wird es vorerst doch nicht kommen.

shz.de von
04. September 2018, 19:13 Uhr

Berlin | Der Iran verzichtet auf einen umstrittenen Bargeld-Transfer von 300 Millionen Euro aus Deutschland. Die Europäisch-Iranische Handelsbank (EIHB) will dieses Vorhaben vorerst nicht weiter verfolgen, wie "Süddeutsche Zeitung", NDR und WDR am Dienstag berichteten. Dies entspricht auch Informationen der Deutschen Presse-Agentur.

Dem Bericht zufolge informierte das in iranischem Staatsbesitz befindliche Geldhaus die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) in Bonn über die Änderung der Pläne. Auch die Bundesregierung wurde demnach über die Entscheidung der Bank informiert. Das Bundesfinanzministerium und das Auswärtige Amt wollten sich auf dpa-Anfrage nicht äußern.

Überweisung nicht möglich

Die USA hatten auf eine Absage des Transfers gedrängt. Die Vereinigten Staaten werfen dem Iran vor, das Geld für Terroraktivitäten im Nahen Osten nutzen zu wollen.

Die Handelsbank hatte den Geldtransport beantragt, weil das Geld wegen bestehender Sanktionen im internationalen Zahlungsverkehr nicht einfach in den Iran überwiesen werden kann. Ursprünglich gab es von deutscher Seite kaum eine Handhabe, den Transfer zu unterbinden.

Zum 25. August änderte die Bundesbank aber ihre Geschäftsbedingungen. Seitdem kann man für eine so hohe Bargeldauszahlung Erklärungen - etwa zur Verhinderung der Terrorismusfinanzierung - verlangen. Sind die Erklärungen nicht ausreichend, kann das Geschäft verweigert werden.

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