Kurioses aus aller Welt : Zoll-Fundstücke: Von lebenden Blutegeln bis zu getrockneten Fröschen

Im Januar 2017 sind die Zöllner am Düsseldorfer Flughafen auf 140 getrocknete Frösche gestoßen.
Im Januar 2017 sind die Zöllner am Düsseldorfer Flughafen auf 140 getrocknete Frösche gestoßen.

Der Handel mit exotischen Tieren ist ein profitträchtiges Geschäft – immer wieder stößt der Zoll auf kuriose Beispiele.

shz.de von
20. Juli 2018, 15:46 Uhr

Hamburg/München | Am Münchner Flughafen haben Zöllner in diesen Tagen den präparierten Schädel eines Braunbären beschlagnahmt. Das Paket mit dem Schädel sollte von Kanada per Luftpost an eine Privatperson in Bulgarien versandt werden, wie es in einer Mitteilung hieß. Demnach war der Schädel als Dekorationsstück angemeldet worden, jedoch fehlten die gesetzlich notwendigen Dokumente für die Einfuhr in die Europäische Union.

Immer wieder fallen den Zollbeamten an Flughäfen kuriose Funde in die Hände, oftmals sind es geschützte Tiere und Pflanzen sowie Teile und Erzeugnisse daraus. Wir haben eine Auswahl zusammengestellt:

Getrocknete Tiere: Im Januar vergangenen Jahres fanden Zollbeamten in Düsseldorf 140 getrocknete Frösche: Ein Ehepaar hatte die Tierchen in Thailand bestellt – wohl als Weihnachtsessen. Ebenfalls getrocknete Tiere beschlagnahmte der Zoll wenige Monate später in München. Dort hatte ein Reisender die Meerestiere, die unter das Washingtoner Artenschutzabkommen fallen, als Geschenke aus Vietnam mitgebracht.

Verdorbenes Fleisch: Ende vergangenen Jahres fanden die Beamten verdorbenes Antilopen-Fleisch im Gepäck eines Kongolesen bei dessen Ankunft am Flughafen Hannover. Außerdem hatte der 46-Jährige Fleisch des ebenfalls unter Artenschutz stehenden westafrikanischen Stachelschweins dabei. Die insgesamt knapp zehn Kilo Fleisch hatte der aus Kinshasa kommenden Mann ungekühlt in mehreren Plastikbeuteln im Gepäck verstaut. Das Fleisch sei für den Eigenbedarf bestimmt und sehr wohlschmeckend, sagte der Mann. Da das Fleisch artengeschützter Tiere nur mit entsprechenden Dokumenten befördert werden darf, wurde es beschlagnahmt.
 

Immer wieder werden Tierprodukte aus dem Verkehr gezogen – wie hier das Fell von einem Braunbären. Foto: dpa
dpa
Immer wieder werden Tierprodukte aus dem Verkehr gezogen – wie hier das Fell von einem Braunbären. Foto: dpa

 

Braunbären-Fell: Das Fell eines Braunbären haben Zöllner in derselben Woche in Mönchengladbach beschlagnahmt. Das präparierte Fell samt Kopf war per Paket Postweg aus Russland geschickt und bei einer Routinekontrolle entdeckt worden, wie das das Hauptzollamt Krefeld mitteilte. Auch Braunbären fallen als geschützte Tierart unter das Washingtoner Artenschutzübereinkommen.

Walross-Stoßzahn: Im vergangenen Mai haben Zöllner haben bei einem Reisenden am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden den Stoßzahn eines Walrosses beschlagnahmt. Wie das Hauptzollamt Karlsruhe mitteilte, war der 56-Jährige zuvor in Moskau gewesen. Neben 19 Kilogramm Käse tauchte in seinem Gepäck bei der Kontrolle auch eine Schnitzerei aus Elfenbein auf.

21 Blutegel: Noch lebende Tiere stellte der Zoll im vergangenen April am Hamburger Flughafen fest. Eine aus der Türkei einreisende Frau hatte 21 Blutegel im Gepäck. Nach Angaben des Zolls gab die 63-Jährige nach dem Fund der in einer Plastikflasche transportierten Tiere an, diese zur Behandlung von Knie-Schmerzen in der Türkei gekauft zu haben. Bei einer anschließenden Begutachtung der Blutegel im Tierpark Hagenbeck sei festgestellt worden, dass es sich um Ungarische Blutegel handele, eine in der Artenschutz-Verordnung der EU aufgeführte Art.

Geldbußen bis 50.000 Euro

Allein beim Hauptzollamt Frankfurt sind im vergangenen Jahr fast 1700 lebend transportierte Kreaturen sichergestellt worden. "Zwei grüne Baumwarane kamen im Postpaket aus Indonesien am Flughafen an. Ein Waran war bereits vertrocknet, das andere Tier war in so schlechter Verfassung, dass es kurz darauf ebenfalls verendete", sagte eine Sprecherin. Im Handkoffer eines Reisenden aus Algerien waren vier lebende Maurische Landschildkröten eingepfercht.

Im Jahr 2017 kam es beim Hauptzollamt zu 372 Sicherstellungen von mehr als 13.300 artengeschützten Einzelexemplaren. Darunter waren neben Tieren auch mehr als 2000 lebende Pflanzen. "Der illegale Handel mit exotischen Tier- und Pflanzenarten ist ein profitträchtiges Geschäft, die Folgen für die Umwelt dramatisch", heißt es beim Zoll. Verstöße gegen das Artenschutzübereinkommen können Geldbußen bis 50.000 Euro oder sogar Haft nach sich ziehen.

(mit dpa)

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