Ehemaliger UN-Generalsekretär : Kofi Annan ist tot

Kofi Annan ist im Alter von 80 Jahren verstorben. Foto: dpa
Kofi Annan ist im Alter von 80 Jahren verstorben. Foto: dpa

Kofi Annan, der ehemalige UN-Generalsekretär, ist tot. Er wurde 80 Jahre alt. Das bestätigte seine Stiftung am Samstagmorgen.

shz.de von
18. August 2018, 11:43 Uhr

Genf | Der ehemalige UN-Generalsekretär Kofi Annan ist am Samstagmorgen nach kurzer Krankheit im Alter von 80 Jahren in der Schweiz verstorben, wo er aufgrund seiner Krankheit behandelt wurde. Das bestätigte seine Stiftung in der Schweiz am Samstagmorgen. Seine Frau und die drei Kinder Ama, Kojo und Nina sollen in den letzten Tagen bei ihm gewesen sein.

Er habe "während seines gesamten Lebens für eine gerechtere und friedlichere Welt" gekämpft, heißt es in der Mitteilung der Stiftung.



Der spätere Friedensnobelpreisträger wurde 8. April 1938 im heutigen Ghana geboren. Im Jahr 1962 begann Annan seine Diplomatenkarriere und trat so in die Fußstapfen seiner Eltern, die einer Linie von traditionellen Herrschern entstammen.

Nach einem Verwaltungsstudium in Genf und den USA verbrachte er fast sein gesamtes Berufsleben bei den UN. 1993 erhielt er als Untergeneralsekretär für die weltweiten Friedenseinsätze eine Schlüsselposition im Haus. Auf Vorschlag der USA wurde Annan schließlich an die Spitze der Weltorganisation gewählt.

Annan war von 1997 bis 2006 UN-Generalsekretär und somit hauptverantwortlich für die Leitung der Organisation. Im Jahr 2001 erhielt er gemeinsam mit der UN den Friedensnobelpreis. Annan galt bis zu seiner Amtsübergabe an den südkoreanischen Außenminister Ban Ki-Moon ab im jahr 2007 als äußert beliebt.

In seinen zehn Jahren an der Spitze der Vereinten Nationen galt Annan als das moralische Gewissen der Welt. Er setzte sich mit Charisma und diplomatischem Geschick für Arme und Unterdrückte ein, warb für Frieden und Gerechtigkeit und bot den USA im Streit um den Irakkrieg die Stirn.

Anschließend, nachdem er seinen Posten als Generalsekretär abgegeben hatte, setzte Annan sich für ein Ende des syrischen Bürgerkriegs ein sowie für eine Lösung der Darfur-Krise im Sudan und der Einführung einer globalen CO2-Steuer.

In den vergangenen Jahren zog sich Annan in seine Wahlheimat Schweiz zurück und engagierte sich über seine Stiftung weiterhin für Frieden auf der Welt. Zuletzt leitete er eine Kommission in Myanmar, die das Vorgehen des Militärs gegen muslimische Rohingya dort untersuchte.

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