Kritik an der "Zeit" : Junge Liberale: Europäische Seenotrettungsbehörde prüfen

Junge Liberale: Ria Schröder (26) ist seit April Vorsitzende der FDP-nahen Jugendorganisation, hier bei einem Redaktionsbesuch der NOZ. Foto: Gert Westdörp
Junge Liberale: Ria Schröder (26) ist seit April Vorsitzende der FDP-nahen Jugendorganisation, hier bei einem Redaktionsbesuch der NOZ. Foto: Gert Westdörp

Die Jungen Liberalen halten die Kritik am "Zeit"-Artikel über die Seenotrettung im Mittelmeer für "völlig berechtigt", wie die Bundesvorsitzende Ria Schröder unserer Redaktion sagte. Statt private Retter zu kriminalisieren stelle sich die Frage, ob es eine europäische Seenotrettungsbehörde brauche.

shz.de von
13. Juli 2018, 18:36 Uhr

Osnabrück | „Die Kritik an der ,Zeit' ist völlig berechtigt", sagte Schröder. "Es kann nicht sein, dass wir uns die Frage stellen, ob man Menschen rettet oder nicht. Die Antwort darauf muss in einer humanen Gesellschaft, und als solche verstehe ich Europa, immer „Ja“ lauten."

Die berechtigte Frage sei, ob die EU die Verantwortung für Seenotrettung auf private Helfer abwälzen dürfe, "oder ob es in Verbindung mit dem Grenzschutz eine europäische Seenotrettungsbehörde braucht", sagte die Liberale.

"Was wir im Moment machen, die Diskriminierung und Kriminalisierung der Rettungsorganisationen im Mittelmeer ist jedenfalls der falsche Weg. Wer sich wirklich strafbar macht, sind die Schlepper", führte die Juristin Schröder aus. "Gegen sie wird viel zu wenig vorgegangen“, fügte sie hinzu.

Die Wochenzeitung "Die Zeit" hatte zuvor auf ihrer Titelseite die Frage "Oder soll man es lassen?" als Überschrift gewählt und sich in diesem Kontext mit der privat getriebenen Rettung von Flüchtlingen im Mittelmeer befasst. Vor allem in sozialen Netzwerken kam es zu einem Sturm der Entrüstung. Die Chefredaktion hatte sich später für einen ungewollten Beiklang entschuldigt.

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