Bussi-Foto auf Twitter : Juncker: Initiative für Kuss nach Handelsdeal ging von Trump aus

Gemeinsam durch den Rosengarten: EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker (links) beim Treffen mit US-Präsident Donald Trump. Foto: imago/UPI Photo/KEVIN DIETSCH
Gemeinsam durch den Rosengarten: EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker (links) beim Treffen mit US-Präsident Donald Trump.

Nach ihrem Treffen demonstrierten sie Innigkeit. Dabei gab es im Handelsstreit der EU und USA beinahe keine Einigung.

shz.de von
27. Juli 2018, 22:24 Uhr

Brüssel | Der 63-Jährige ist bekannt dafür, Küsschen an seine Politikerkollegen zu verteilen – manchmal sogar auf die Glatze: EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat nun ausgeplaudert, wie der Kuss mit US-Präsident Donald Trump zustande gekommen ist.

Im Interview mit dem "ARD Europastudio" sagte Juncker: "Erstaunlicherweise und im Gegensatz zu meinem üblichen Benehmen ging die Initiative nicht von mir aus." Seiner Erinnerung nach sei es auch der erste Kuss der beiden gewesen. Dass die Szene im Präsidentenbüro fotografiert worden war, habe er nicht mitbekommen.

"Große Wärme und Gefühl im Raum"

Trump hatte am Mittwoch nach dem mehrstündigen Gespräch mit Juncker ein Bild getwittert, das ihn von hinten in einer Umarmung mit dem küssenden Juncker zeigt. Ob der US-Präsident den Luxemburger küsst, ist nicht zu erkennen.

Trump hatte zu dem Foto geschrieben: "Offensichtlich lieben sie sich wahrhaftig, die EU, repräsentiert von Jean-Claude Juncker, und die USA, repräsentiert von meiner Wenigkeit!"

Im vorherigen Tweet lobte der 72-jährige Amerikaner die gute Verhandlungsatmosphäre beim Treffen mit Juncker. "Es herrschte große Wärme und Gefühl im Raum", schrieb Trump. Auch Juncker zeigte sich angetan: "Es hat das Ambiente des Moments eigentlich gut zusammengefasst", sagte er der ARD.

Schwierige Verhandlungen

Dabei wäre es nach Junckers Angaben beinahe nicht zu einer Beilegung des Handelsstreits gekommen. Trump und seine Delegation hätten in den Verhandlungen "massiven Druck" gemacht, um die EU zu einer weiteren Öffnung ihrer Agrarmärkte zu bewegen. Juncker habe dies strikt abgelehnt, aber im Gegenzug den großen Wunsch der europäischen Unternehmen hintenanstellen müssen – einen Zugang zu den öffentlichen Ausschreibungen in den USA. Der Deal vom Mittwoch sieht nun erst einmal vor, keine neuen Sonderzölle zu verhängen und darüber zu beraten, welche Zölle auf Industriegüter abgeschafft werden könnten.

Trump pries die Einigung mit der EU als Durchbruch und dankte auch Juncker persönlich. Ein Hauch von Männerfreundschaft, unkten einige Twitternutzer. Dort sorgte das Bild und Trumps Kommentar für überwiegend amüsierte Reaktionen. Einige wiesen jedoch darauf hin, dass Juncker nahezu jeden Gesprächspartner derart überschwänglich umarmt.


zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen