Unfall in Jerusalem : Stein fällt aus Klagemauer und schlägt neben betender Frau ein

Die heiligen Stätten Klagemauer und Felsendom auf dem Tempelberg in Jerusalem.
Die heiligen Stätten Klagemauer und Felsendom auf dem Tempelberg in Jerusalem.

Die zuständige Behörde soll nun die gesamte Klagemauer untersuchen.

shz.de von
23. Juli 2018, 15:21 Uhr

Jerusalem | Ein schwerer Stein hat sich am Montag aus der Klagemauer in Jerusalem gelöst und ist auf den Gebetsplatz gefallen. Videoaufnahmen des Vorfalls zeigten, wie der aus mehreren Metern Höhe gefallene riesige Stein knapp neben einer betenden Frau einschlug. Die Frau habe sich sehr erschreckt, sei aber unverletzt, berichtete die Nachrichtenseite ynet.

Nach Angaben der "Times of Israel" sprach der für die Klagemauer zuständige Rabbiner, Schmuel Rabinovich, von einem "ungewöhnlichen und extrem seltenen Vorfall". Es sei das erste Mal seit Jahrzehnten, dass sich etwas Derartiges ereignet habe. Experten der israelischen Altertumsbehörde sollen nun prüfen, wie es dazu kommen konnte.

Himmlischer Wink?

In sozialen Medien interpretierten einige Nutzer den Vorfall als himmlischen Wink. Rabinovich verwies darauf, dass sich der Vorfall am Tag nach dem jüdischen Fasten- und Trauertag Tischa BeAv ereignete, an dem an die Zerstörung der beiden jüdischen Tempel erinnert wird. Rabinovich rief Gläubige zur "Gewissensprüfung" auf.

Der Stein fiel auf einen Abschnitt vor der Klagemauer, der von liberalen jüdischen Strömungen und von Frauen und Männern gemeinsam genutzt wird. Strengreligiösen Juden lehnen das gemeinsame Gebet beider Geschlechter strikt ab.

Die Klagemauer ist ein Überrest der Befestigung des zweiten Jerusalemer Tempels. Sie liegt am Fuße des Tempelbergs (Al-Haram al-Scharif/Das edle Heiligtum), der Juden und Muslimen heilig ist.

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