224 Passagiere an Bord : Italiener blockieren deutsches Flüchtlingsschiff "Lifeline" im Mittelmeer

Flüchtlinge auf einem Schlauchboot werden vom Rettungsschiff 'Lifeline' der deutschen Hilfsorganisation 'Mission Lifeline' aufgenommen.
Flüchtlinge auf einem Schlauchboot werden vom Rettungsschiff "Lifeline" der deutschen Hilfsorganisation "Mission Lifeline" aufgenommen.

Wieder darf ein Rettungsschiff mit Flüchtlingen nicht in Italien einlaufen. Verwirrung gibt es auch um die Beflaggung.

shz.de von
22. Juni 2018, 12:09 Uhr

Rom/Den Haag | Erneut ist ein Rettungsschiff mit zahlreichen Migranten an Bord ohne klare Anweisungen auf dem Mittelmeer blockiert. Die "Lifeline" der deutschen Hilfsorganisation Mission Lifeline hatte am Donnerstag nach eigenen Angaben 224 Flüchtlinge in internationalen Gewässern gerettet.

Italiens Innenminister Matteo Salvini verweigert ihnen die Einfahrt nach Italien. Das Schiff sei derzeit in maltesischen Gewässern, Malta müsse endlich seine Häfen öffnen, erklärte Salvini am Freitag auf Facebook. Es sei klar, dass das Schiff beschlagnahmt und die Besatzung festgehalten werden müsse.


Zugleich entbrannte eine Debatte über die Beflaggung des Schiffes. Die deutsche Organisation gibt an, dass das Boot unter niederländischer Flagge fährt. Das jedoch dementiert die Regierung in Den Haag. Die "Lifeline" sei – wie die "Seefuchs" der deutschen Organisation Sea-Eye – nicht im niederländischen Schiffsregister eingetragen, sagte ein Sprecher des Justizministeriums am Freitag in Den Haag. "Wir sind daher nicht in der Position, dem Schiff Anweisungen zu geben."

Vor annähernd zwei Wochen hatte Italien der "Aquarius" der Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen erstmals die Einfahrt in einen Hafen verwehrt. Auch Malta verweigerte die Aufnahme, weshalb die "Aquarius" schließlich ins spanische Valencia fuhr.


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