Absprachen mit Frauke Petry? : AfD-Aussteigerin bringt Verfassungsschutzchef in Erklärungsnot

Hans-Georg Maaßen (Foto) soll der AfD unzulässige Ratschläge gegeben haben – er dementiert die Vorwürfe.
Hans-Georg Maaßen (Foto) soll der AfD unzulässige Ratschläge gegeben haben – er dementiert die Vorwürfe.

Hans-Georg Maaßen soll Tipps gegeben haben, wie die AfD einer Beobachtung durch den Nachrichtendienst entgehen kann.

shz.de von
09. August 2018, 13:20 Uhr

Berlin | Eine Abtrünnige der AfD bringt die frühere Parteichefin Frauke Petry und Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen mit Vorwürfen in Bedrängnis. Franziska Schreiber war einst im Bundesvorstand der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative. Medienwirksam trat sie zehn Tage vor der Bundestagswahl 2017 aus der Partei aus und schrieb danach ein Buch. Am Donnerstag stellte sie "Inside AfD: Der Bericht einer Aussteigerin" in Berlin vor.

Begleitet wurde sie von ihrem Verleger Christian Strasser, der Schreibers Darstellung für überzeugend hält. Das Buch enthalte keine Lügen, sagte er. Seine Botschaft: "Die AfD ist sehr gefährlich."

Aussage gegen Aussage

Am Mittwoch hatte die 27-Jährige eine eidesstattliche Versicherung für ihre Aussagen in dem Buch abgegeben. Darin beschreibt sie, wie sich Ex-Parteichefin Frauke Petry mehrfach mit Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen getroffen habe. Dieser soll ihr angeblich "signalisiert" haben, wie die AfD einer Beobachtung durch den Verfassungsschutz entgehen könnte – etwa indem ein Ausschlussverfahren gegen den Thüringer AfD-Chef Björn Höcke beantragt wird. Petry hatte Hinweise des Inlandgeheimdienstes stets bestritten – laut Schreiber auf Maaßens Wunsch hin.

Sowohl Frauke Petry als auch der Verfassungsschutz haben die Beratungsvorwürfe aus "Inside AfD" mittlerweile dementiert. Damit steht Aussage gegen Aussage.

Mit ihrem Insider-Bericht wolle Schreiber vor allem Zweifler und mögliche AfD-Wähler erreichen, sagte sie in Berlin: "Ich sehe mich als Zeugin einer gefährlichen Entwicklung". Unter der Führung von Bernd Lucke seien die Nationalisten "eine versprenkelte Randgruppe" innerhalb der AfD gewesen. "Mittlerweile dominiert der Flügel, die radikalste Gruppe, die Partei."

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