Keine Anlegeerlaubnis : Holzboot mit 450 Migranten im Mittelmeer evakuiert

In der Nähe von Lampedusa ist ein Fischerboot mit Flüchtlingen evakuiert worden. Die Flucht über das Mittelmeer haben schon viele versucht, das zeigen die Boote auf dieser Aufnahme von Anfang 2018, die auf der italienischen Insel zurückbleiben. Foto: imago/Kyodo News
In der Nähe von Lampedusa ist ein Fischerboot mit Flüchtlingen evakuiert worden. Die Flucht über das Mittelmeer haben schon viele versucht, das zeigen die Boote auf dieser Aufnahme von Anfang 2018, die auf der italienischen Insel zurückbleiben.

Ob die Menschen nach Italien gefahren werden, ist unklar. Malta und Italien streiten über die Zuständigkeit.

shz.de von
14. Juli 2018, 11:25 Uhr

Rom | 450 Migranten auf einem Holzboot sind unweit der Küsten italienischer Inseln im Mittelmeer gerettet worden. Die Migranten befänden sich seit Samstagmorgen an Bord eines italienischen und eines Frontex-Schiffs, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Acht Frauen und Kinder seien wegen ihres Gesundheitszustands von der italienischen Küstenwache nach Lampedusa gebracht worden. Ob die übrigen Menschen auch nach Italien gefahren werden, war zunächst unklar. Italien und Malta hatten sich am Freitag nicht bereit erklärt, das Boot in einen Hafen einfahren zu lassen. Wieder stritten die beiden Länder über die Zuständigkeit für die Migranten.

Medienberichten zufolge handelte es sich um ein großes Fischerboot, mit dem die Migranten von Libyen aus gestartet sein sollen und es bis auf wenige Seemeilen vor die Insel Linosa bei Lampedusa geschafft haben. Dies wäre eine neue Entwicklung: Seit langem fahren von dem Bürgerkriegsland vor allem überladene Schlauchboote und Kähne ab, mit denen eine Überfahrt nach Italien so gut wie unmöglich ist. In der Vergangenheit hatten Schlepper dagegen häufig größere Boote benutzt, um Migranten direkt nach Lampedusa oder Malta zu bringen.

Private Seenorettung blockiert

Italienische Kommentatoren sprachen am Samstag bereits davon, die "Route nach Lampedusa" sei wieder geöffnet. Die Schlepper würden damit auf die jüngsten Entwicklungen in der Seenotrettung reagieren, schrieb "La Repubblica".

Derzeit sind keine privaten Seenotretter im Mittelmeer unterwegs, die Migranten von den schrottreifen Booten retten und in der Vergangenheit nach Italien brachten. Italien hatte Hilfsorganisationen die Einfahrt in die Häfen des Landes zuletzt verwehrt. Auch andere Schiffe mit geretteten Migranten waren mehrere Tage auf dem Meer blockiert. Die Insel Malta sieht sich nicht für die Aufnahme von im Mittelmeer Geretteten zuständig.

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