Hilfe für eingesperrte Jugendliche : Höhlendrama in Thailand: Ortsansässige Bauern opfern Ernte

Rettungskräfte verlegen Schläuche, mit denen Wasser aus der Tropfsteinhöhle abgeleitet werden soll. Das Wasser wird vermutlich Teile der Ernte von ortsansässigen Bauern zerstören.
Rettungskräfte verlegen Schläuche, mit denen Wasser aus der Tropfsteinhöhle abgeleitet werden soll. Das Wasser wird vermutlich Teile der Ernte von ortsansässigen Bauern zerstören.

Um die Rettung der in einer Höhle eingesperrten Jugendlichen zu erleichtern, bringen zahlreiche Bauern ein großes Opfer.

shz.de von
03. Juli 2018, 13:18 Uhr

Chiang Rai | Mehr als hundert Bauern im Norden Thailands sind bereit, einen Teil ihrer Ernte zu opfern, um den seit zehn Tagen in einer Höhle eingeschlossenen Jugend-Fußballern zu helfen. Die Landwirte hätten den Rettungsteams erlaubt, Wasser aus der überfluteten Höhle in der Provinz Chiang Rai auf ihre Höfe und Felder abzuleiten, teilten die Behörden mit. Demnach geht es um eine Fläche von rund 2,2 Quadratkilometern nahe der gemeinsamen Grenze mit Myanmar.

Ein Sprecher der Farmer sagte: "Wir sind alle bereit, unsere Ernte überschwemmen zu lassen, wenn so alle 13 Mitglieder des Fußball-Teams gerettet werden können." Das thailändische Landwirtschaftsministerium sagte im Gegenzug Entschädigung für das "selbstlose Opfer" zu. Nach Angaben des Provinzgouverneurs, Narongsak Osotthanakorn, können die Jugendlichen die Höhle erst verlassen, wenn der Wasserstand deutlich gesunken ist.

In der Nacht zum Dienstag (Ortszeit) hatten Taucher die Gruppe lebend in einer trocken gebliebenen Kammer der Höhle entdeckt. Die zwölf Jungen im Alter von 11 bis 16 Jahren und ihr Fußballtrainer waren am 23. Juni nach einer Trainingseinheit in die Höhle in der Provinz Chiang Rai eingestiegen. Die Behörden vermuten, dass die Gruppe von einer Sturzflut überrascht wurde und sich vor dem ansteigenden Wasser immer tiefer in den Berg hinein rettete. Die Eltern der Vermissten harren seit Tagen vor der Höhle aus.

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