Unterstützung bei Verhütung : Grüne fordern kostenlose Pille und Kondome für Geringverdiener

Kondome sollen für Geringverdiener bei Beratungsstellen und Gesundheitsämtern frei zugänglich gemacht werden.
Kondome sollen für Geringverdiener bei Beratungsstellen und Gesundheitsämtern frei zugänglich gemacht werden.

„Sichere Empfängnisverhütung darf nicht vom Geldbeutel abhängen“, sagt Fraktionsexpertin Maria Klein-Schmeink.

shz.de von
08. Juni 2018, 11:35 Uhr

Saarbrücken | „Wenn Verhütung eine Frage des Geldes ist, trifft das vor allem Frauen“: Die Grünen im Bundestag wollen Empfängern staatlicher Leistungen wie BaföG, Hartz-IV oder Wohngeld einen kostenlosen Zugang zu ärztlich verordneten Verhütungsmitteln verschaffen. „Gleichzeitig muss auch der kostenlose Zugang zu Kondomen gefördert werden“, heißt es in einem Antrag der Fraktion. Zuvor hatte die „Saarbrücker Zeitung“ darüber berichtet.

Wer wenig Geld hat, verhüte seltener oder gar nicht 

Zur Begründung verweisen die Grünen auf eine Studie im Auftrag der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). Danach wechseln Frauen, die staatliche Unterstützungsleistungen beziehen, aus Kostengründen zu weniger sicheren Verhütungsmitteln oder verzichten sogar ganz auf Verhütung. „Damit haben Frauen, die staatliche Unterstützungsleistungen beziehen, ein höheres Risiko einer ungewollten Schwangerschaft“, schreibt die Fraktion.

Fraktionsexpertin Maria Klein-Schmeink sagte der Zeitung: „Sichere Empfängnisverhütung darf nicht vom Geldbeutel abhängen.“ Daher wolle man die Erstattung über die Krankenkassen organisieren. „Diese Kosten werden dann den Krankenkassen durch einen Steuerzuschuss ersetzt.“ Parallel dazu sollten Kondome bei Beratungsstellen und Gesundheitsämtern für Geringverdiener frei zugänglich gemacht werden.

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