Arbeitnehmer im deutschen Vergleich : Gehalts-Check: Hamburger verdienen am meisten

Die Bundesagentur für Arbeit hat neue Gehalts-Zahlen für Deutschland herausgegeben. Foto: dpa/Arno Burgi/dpa-Zentralbild
Die Bundesagentur für Arbeit hat neue Gehalts-Zahlen für Deutschland herausgegeben. Foto: dpa/Arno Burgi/dpa-Zentralbild

Gehälter sind nicht überall gleich hoch. Wie deutlich die Unterschiede in der Republik sind, dazu gibt es neue Zahlen.

shz.de von
03. August 2018, 06:40 Uhr

Berlin | Die Verdienste der Arbeitnehmer in Deutschland gehen regional weiter stark auseinander und bleiben im Osten klar unter dem Niveau im Westen. Am wenigsten bekamen Vollzeitbeschäftigte Ende vergangenen Jahres mit durchschnittlich 2183 Euro brutto im Monat im Landkreis Görlitz in Sachsen. Das geht aus einer Auswertung neuer Daten der Bundesagentur für Arbeit durch die Linke-Bundestagsfraktion hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Bundesweit am besten verdient wurde demnach in Ingolstadt in Bayern mit 4635 Euro.

Hamburg an der Spitze im Ländervergleich

Im Ländervergleich Spitze sind die Durchschnittsverdienste in Hamburg mit 3619 Euro, wie die Statistik der Arbeitsagentur weiter ergab. Es folgen Baden-Württemberg mit 3546 Euro und Hessen mit 3494 Euro. Schlusslicht der Länder ist Mecklenburg-Vorpommern mit 2391 Euro, knapp davor liegen Thüringen (2459 Euro) und Sachsen (2479 Euro).

Der bundesweite Schnitt der Entgelte lag zum Stichtag 31. Dezember 2017 bei 3209 Euro und damit etwas höher als ein Jahr zuvor mit 3133 Euro. Dabei verdienten Vollzeitbeschäftigte im Westen mit nun 3339 Euro im Schnitt weiter spürbar besser als im Osten mit 2600 Euro.

SH-Vergleich: Am wenigsten verdienen die Menschen in Ostholstein

Schleswig-Holstein bleibt beim Lohn das Kellerkind unter den alten Bundesländern. Ende vergangenen Jahres hatte ein Vollzeitbeschäftigter im Norden einen mittleren Verdienst von 2958 Euro brutto im Monat. Das waren rund 250 Euro unter dem Bundeswert und etwa 380 weniger als im westdeutschen Mittel.

In Schleswig-Holstein lagen die Verdienste am höchsten in Kiel mit einem Mittel von 3304 Euro, vor Lübeck und dem Kreis Pinneberg mit jeweils 3036 Euro. Das geht aus einer Auswertung neuer Daten der Bundesagentur für Arbeit durch die Linke-Bundestagsfraktion hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Demnach war Ostholstein mit einem Mittelwert von 2636 Euro in Schleswig-Holstein der Kreis mit den niedrigsten Verdiensten. Schleswig-Flensburg mit 2715 und Nordfriesland mit 2768 Euro rangierten auf den Plätzen darüber.

Auch im Westen abgehängte Regionen

Die Linke-Arbeitsmarktexpertin Sabine Zimmermann nannte es "beschämend", dass Ostdeutschland flächendeckend von niedrigen Löhnen gekennzeichnet sei. Aber auch im Westen gebe es abgehängte Regionen. "Wenn die Bundesregierung es ernst meint mit ihrem erklärten Ziel, gleichwertige Lebensverhältnisse und Arbeitsbedingungen in allen Regionen zu unterstützen, darf es nicht bei Lippenbekenntnissen und Ankündigungen bleiben." Nötig sei, Tarifverträge und Tarifbindung zu stärken. Der Mindestlohn sollte auf 12 Euro pro Stunde erhöht und Niedriglohnbeschäftigung in Form von Leiharbeit abgeschafft werden.

Wie hoch Verdienste regional sind, kann von vielen Faktoren abhängen – zum Beispiel, ob es in einer Stadt Unternehmen mit gut bezahlten Jobs gibt. Einfluss auf die Gehaltshöhe hat auch die Qualifikation von Arbeitnehmern. Über die Kaufkraft sagt die Verdiensthöhe allein noch nichts aus - dies hängt von den Lebenshaltungskosten etwa für Miete oder Lebensmittel ab, die sich regional ebenfalls unterscheiden. Die Statistik erfasst die durchschnittlichen Brutto-Monatsentgelte von sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigten jeweils zum Stichtag 31. Dezember. Auszubildende sind nicht darunter. Einbezogen werden auch Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Zulagen und Zuschläge. Regional zugeordnet wird nach dem Arbeitsort. Dabei wird Berlin zu Ostdeutschland gezählt.

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