AfD-Vorsitzender im ZDF-Sommerinterview : Gauland glaubt nicht, dass Menschen den Klimawandel verursachen

Im ZDF-Sommerinterview mit Thomas Walde äußert sich Alexander Gauland (links) auch zur Digitalstrategie seiner Partei. Foto: Jule Roehr/ZDF/dpa
Im ZDF-Sommerinterview mit Thomas Walde äußert sich Alexander Gauland (links) auch zur Digitalstrategie seiner Partei. Foto: Jule Roehr/ZDF/dpa

Der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland hält politische Konzepte gegen den Klimawandel für sinnlos.

shz.de von
12. August 2018, 15:21 Uhr

Berlin | Der AfD-Vorsitzende Alexander Gauland hat sich dagegen ausgesprochen, politische Konzepte gegen den Klimawandel zu entwickeln. "Ja, es gibt einen Klimawandel", sagte Gauland zwar im ZDF-Sommerinterview, das am Sonntagabend ausgestrahlt werden soll. "Wir glauben nicht, dass das sehr viel mit dem CO2-Ausstoß durch die Industrieproduktion oder durch menschliches Tun zu tun hat."

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Die Menschheit ist nach Ansicht Gaulands machtlos gegenüber der Erderwärmung. "Ich glaube nicht, dass es gegen den Klimawandel irgendetwas gibt, was wir Menschen machen können", sagte Gauland am Sonntag im ZDF-Sommerinterview. "Wir hatten früher Heißzeiten, wir hatten früher kalte Zeiten, längst vor der Industrialisierung."

AfD will Austritt aus Klimaabkommen

Die AfD zweifelt die nach Einschätzung der allermeisten Wissenschaftler treibende Rolle des Menschen beim Klimawandel an und fordert in ihrem Wahlprogramm den Austritt Deutschlands aus dem Pariser Klimaabkommen.

Gauland verteidigte zugleich den Entschluss der Partei, erst im kommenden Jahr ein Rentenkonzept vorzulegen. Es gehe um ein schwieriges Thema. Auf die Frage, wie sich die private Vermietung von Wohnungen über die Plattform Airbnb regeln lasse, sagte der Parteichef: "Eine Regulierungsmöglichkeit haben wir auch nicht gefunden." Allerdings solle der Bund viel mehr Geld in den Bau von Häusern und Wohnungen stecken.

Passanten stören Interview

"Wir sind als Partei groß geworden gegen bestimmte Fehlentwicklungen", sagte Gauland auf die Bemerkung seines Gesprächspartners, dass seine Partei Antworten auf Zukunftsfragen schuldig bleibe. "Auf dem Gebiet sind wir auch die Oppositionspartei. Das war ursprünglich die Eurorettung, das ist die Flüchtlingskrise. Dann gibt es andere politische Themenfelder, die sich natürlich erst langsam entwickelt haben, auch in der Partei."

Auf die Frage, ob er die Digitalstrategie seiner Partei erklären könne, sagte Gauland: "Nein, das kann ich Ihnen nicht erklären. Es ist allgemein bekannt, dass ich persönlich keine enge Beziehung zum Internet habe und ich bin auch kein Fachmann für diese Fragen."

Die Aufzeichnung des Interviews am Sonntagmorgen in Potsdam wurde kurzfristig von Passanten gestört, die Gauland beschimpften und ausbuhten.

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