Unfall in Berlin-Kreuzberg : Fünfjähriger tritt beim Spielen in Spritze mit HI-Virus

Ein Kind hat sich in Berlin an einer benutzten Spritze verletzt. Foto: imago/imagebroker
Ein Kind hat sich in Berlin an einer benutzten Spritze verletzt. Foto: imago/imagebroker

Auf einem Spielplatz in Berlin verletzt sich ein Junge an einer Spritze. Später wird klar: Die Nadel ist HIV-infiziert.

shz.de von
05. September 2018, 23:03 Uhr

Berlin | Ein Fünfjähriger hat sich der "Berliner Zeitung" zufolge eine riskante Verletzung zugezogen. Der Junge spielte demnach im Hof einer Kreuzberger Wohnanlage, in der nach Angaben der Eigentümer, Drogenabhängige leben. Der Junge trat offenbar in eine ihrer auf dem Spielplatz herumliegenden Spritzen. Sie bohrte sich in seinen Zeh, sodass er blutete. Die Mutter brachte ihn und die Spritze daraufhin ins Krankenhaus, wo HI-Viren in der Nadel festgestellt wurden.

Sauerstoff tötet Erreger

Ob das Kind infiziert ist, kann ein Bluttest erst in mehreren Wochen herausfinden. Die Berliner Aids-Hilfe hält eine Infektion jedoch für ausgeschlossen. "Nach unseren Informationen lag die Spritze schon länger im Sand. Die HIV-Erreger sind bereits wirkungslos. Kommen sie mit Sauerstoff in Kontakt, werden sie abgetötet“, sagte Sprecher Jens Petersen der "Berliner Zeitung".

Auch ein weiterer Experte sieht keinen Anlass zu großer Sorge: "In den letzten 25 Jahren ist keine einzige HIV-Übertragung durch solche Nadelstichverletzungen bekannt geworden", sagte Ulrich Baumann von der Medizinischen Hochschule Hannover.

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