Zweifel an der offiziellen Version : Festnahmen nach vermeintlichem Anschlag auf Venezuelas Staatschef

In diesen Gebäudekomplex soll eine mit Sprengstoff bestückte Drohne gekracht sein.
In diesen Gebäudekomplex soll eine mit Sprengstoff bestückte Drohne gekracht sein.

Festnahmen und Beschlagnahmungen: Die venezolanische Regierung teilte mit, nach dem Bombenattentat hart durchzugreifen.

shz.de von
06. August 2018, 06:52 Uhr

Caracas | Nach dem vermeintlichen Anschlag auf Venezuelas linken Staatschef Nicolás Maduro sind nach Behördenangaben sechs Menschen festgenommen worden. Dabei seien auch mehrere Fahrzeuge beschlagnahmt worden, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur AVN Innenminister Néstor Reverol am Sonntag in Caracas. Bei dem Einsatz seien auch Beweise sichergestellt worden.

Nach Regierungsangaben war Maduro am Samstag Ziel eines Bombenanschlags, der mit Drohnen während einer Militärparade verübt wurde. Das Staatsfernsehen hatte teilweise den Moment übertragen, in dem eine Explosion zu hören war, während Maduro eine Rede vor Soldaten hielt. Der Staatschef blieb unverletzt.

"Ultrarechte" hinter der Attacke

In einer Ansprache beschuldigte Maduro später den scheidenden kolumbianischen Präsidenten, Friedensnobelpreisträger Juan Manuel Santos, und "ultrarechte Kreise" in Venezuela und den USA der Tat. Der US-Sicherheitsberater John Bolton dementierte eine Beteiligung Washingtons. "Ich kann eindeutig sagen, dass es keine Verwicklung der US-Regierung in all das gibt", sagte er dem Sender Fox News.

Direkt nach dem Zwischenfall kamen Zweifel an der offiziellen Attentatsversion auf. Kritiker befürchten, dass der Vorfall nun zur Verschärfung der Repression genutzt wird. Maduro wird das Errichten einer Diktatur in dem ölreichen Staat vorgeworfen. Venezuela leidet seit langem unter einer schweren Wirtschafts- und Versorgungskrise und der höchsten Inflation der Welt.

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