Bisher 280 Tote in 2018 : Ungesicherte Badestellen werden zur Todesfalle

Viele Badestellen sind nicht beaufsichtigt.
Viele Badestellen sind nicht beaufsichtigt.

Bundesweit starben mehr Menschen als im Vorjahreszeitraum – in Schleswig-Holstein gingen die Zahlen jedoch zurück.

shz.de von
27. Juli 2018, 12:41 Uhr

Scharbeutz | Der frühe Sommer hat in Deutschland zu einem Anstieg der tödlichen Badeunfälle geführt. In den ersten sieben Monaten dieses Jahres sind 280 Menschen ertrunken, 38 mehr als im Vorjahreszeitraum, teilte die Deutsche Lebens-Rettungsgesellschaft (DLRG) am Freitag in Scharbeutz mit.

Die meisten Menschen seien an ungesicherten Badestellen im Binnenland ertrunken, sagte Pressesprecher Achim Wiese. Wie im Vorjahr ertranken auch 2018 die meisten Menschen, nämlich 45, in Bayern. In den ersten sieben Monaten 2017 waren dort 49 Menschen beim Baden ums Leben gekommen. An den Küsten und Binnengewässern Schleswig-Holsteins ertranken dagegen nur vier Menschen, 2017 waren es elf.

Insbesondere Kinder immer wieder in Gefahr

Für Peter Harzheim, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Schwimmmeister, steht fest: Vor allem die Eltern sind gefragt, besser auf ihre Kinder aufzupassen. „Eines nachgelassen: die Aufsichtspflicht der Erziehungsberechtigten“, sagte er kürzlich dieser Redaktion. Früher hätten Eltern und Großeltern öfter zusammen mit den Kindern im Becken Zeit verbracht, das sei inzwischen aber anders: „Immer mehr Eltern schauen auf ihr Smartphone und nicht mehr nach links oder rechts und schon gar nicht nach ihren Kindern. Es ist traurig, dass die Eltern sich heute so nachlässig benehmen.“

Sorge bereite auch, dass immer weniger Kinder richtig schwimmen können. „Das gerät aber in den Hintergrund, wenn Familien einfach ihre Kinder nicht in Schwimmkurse schicken oder sich solche Kurse nicht leisten können“, sagte Harzheim. Knapp die Hälfte der Fünftklässler können laut seinen Angaben nicht sicher oder gar nicht schwimmen. „Diese Entwicklung wird verstärkt durch die vielen Flüchtlingsfamilien, die zahlreich zum Baden kommen, aber oftmals nicht schwimmen können.“

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen