GPS-Position, Fotos, SMS-Verlauf : Bestätigt: Diese Daten sammelt die Facebook-App auf Smartphones

Facebook weiß, wo sich Nutzer ihrer App gerade befinden. Das zeigt ein Bericht, den der US-Kongress kürzlich veröffentlicht hat. Foto: dpa
Facebook weiß, wo sich Nutzer ihrer App gerade befinden. Das zeigt ein Bericht, den der US-Kongress kürzlich veröffentlicht hat. Foto: dpa

Ein Bericht von Facebook zum Cambridge-Analytica-Skandal zeigt, welche Daten die Facebook-App trackt. Erschreckend viele.

shz.de von
16. Juni 2018, 09:24 Uhr

Hamburg | Bei der Befragung vor dem US-Kongress hat sich Facebook-Chef Mark Zuckerberg erstaunlich gut aus der Affäre gezogen. Ein schriftlicher Bericht, den Facebook für den US-Kongress geschrieben hat, zeigt nun, welche Daten die Facebook-App auf Smartphones mitliest.

Der Bericht, der mehr Licht ins Dunkel um den Cambridge-Analytica-Skandal bringen sollte, lag dem Kongress bereits am 8. Juni vor. Veröffentlicht wurde er erst kürzlich. Die Fachleute von "Computerbase" haben sich die knapp 200 Seiten starken Ausführungen Facebooks genau angeschaut und schlimmste Befürchtungen bestätigt.

Facebook zeichnet Mausbewegungen auf

Die Datenschutzgrundverordnung hat Facebook (zumindest europaweit) gezwungen, "transparenter" werden zu müssen. "Damals deutete sich bereits an, dass unter anderem die Mausbewegungen oder Browserdaten der Verbraucher aufgezeichnet und gegebenenfalls analysiert werden", heißt es bei "Computerbase".

Erstaunlich viele Daten sammelt die Facebook-App auf Smartphones, darunter:

  • auf Handys installierte Apps
  • vorhandener Speicherplatz
  • Akkustand des Geräts
  • Zugriff auf Internet via W-Lan oder mobile Daten
  • Signalstärke des Netzes
  • GPS-Position des Smartphones
  • Details zu nahen Funkzellen, W-Lan-Signalen und Bluetooth-Geräten
  • Anrufdaten und SMS-Verläufe (bei erlaubtem Zugriff auf Kontakte und Fotos)

Facebook-Nutzer sollten zudem wissen, dass das Unternehmen ein Patent angemeldet hat, mit dem sich die in Handys eingebauten Mikrofone anzapfen lassen. Darüber hinaus fanden US-Senatoren Hinweise auf eine geplante Eye-Tracking-Technologie. Mit der könnte Facebook beobachten, welche auf dem Bildschirm angezeigten Inhalte den Nutzer besonders interessieren, schreibt "Computerbase". Auf Nachfrage habe Facebook erwidert, eine solche Technik noch nicht zu nutzen, aber jederzeit zu untersuchen, wie neue Methoden die eigenen Dienstleistungen verbessern könnten. Dabei würde selbstverständlich stets auf die Privatsphäre der Anwender geachtet.

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