Rückendeckung der Bündnispartner : Deutschland stützt britische Skripal-Ermittlungsergebnisse

Am 4. März 2018 wurde Sergei Skripal zusammen mit seiner 33-jährigen Tochter Julij in Salisbury auf einer Parkbank bewusstlos aufgefunden. Foto: dpa/Andrew Matthews
Am 4. März 2018 wurde Sergei Skripal zusammen mit seiner 33-jährigen Tochter Julij in Salisbury auf einer Parkbank bewusstlos aufgefunden. Foto: dpa/Andrew Matthews

Die westlichen Verbündeten sehen die Verantwortung für den ominösen Giftanschlag in Großbritannien auf russischer Seite.

shz.de von
06. September 2018, 17:50 Uhr

Berlin | Großbritannien hat von seinen wichtigsten Bündnispartnern Rückendeckung für die Einschätzung bekommen, dass zwei russische Agenten den Giftanschlag auf den ehemaligen russischen Spion Sergej Skripal verübt haben sollen. In einer gemeinsamen Erklärung Frankreichs, Deutschlands, der USA, Kanadas und Großbritanniens hieß es am Donnerstag, man habe "volles Vertrauen" in die entsprechenden britischen Ermittlungsergebnisse, die auch beinhalteten, dass "diese Operation mit allergrößter Wahrscheinlichkeit auf hoher Regierungsebene gebilligt wurde".

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Die Erklärung könnte die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen weiter belasten. Eine ähnliche Erklärung zu vorläufigen britischen Ermittlungsergebnissen hatte im März zur Ausweisung von russischen Diplomaten aus zahlreichen westlichen Ländern geführt. Russland hatte mit der Ausweisung etwa genauso vieler Botschaftsangehöriger dieser Länder reagiert.

Sergej Skripal und seine Tochter Julia waren am 4. März bewusstlos auf einer Parkbank in der südenglischen Kleinstadt Salisbury entdeckt worden. Sie waren mit dem Kampfstoff Nowitschok vergiftet worden. Beide entkamen nur knapp dem Tod. Sie leben inzwischen an einem geheimen Ort.

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Erst am Mittwoch hatten die britische Polizei und Staatsanwaltschaft Fahndungsfotos und Namen von zwei russischen Verdächtigen veröffentlicht. Gesucht werden nun per internationalem Haftbefehl Alexander Petrow und Ruslan Boschirow. Die britische Polizei geht jedoch davon aus, dass es sich dabei nicht um die echten Namen der beiden Männer handelt.



Der britischen Premierministerin Theresa May zufolge sollen sie Mitglieder des russischen Militärgeheimdienstes GRU sein, für den auch Skripal einst tätig war. Sie machte erneut den Kreml für den Anschlag verantwortlich. "Das war keine nichtautorisierte Operation. Sie war so gut wie sicher außerhalb des GRU von höherer Stelle im russischen Staat abgesegnet", sagte die Regierungschefin am Mittwoch im Parlament in London. Moskau warf sie "Verschleierung und Lügen" vor.

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