Reaktionen auf Treffen von Trump und Kim : Dennis Rodman heult – und was in der Vereinbarung auch hätten stehen können

Ex-Basketball-Star Dennis Rodman (M.) bei seiner Ankunft auf dem Flughafen in Singapur.
Ex-Basketball-Star Dennis Rodman (M.) bei seiner Ankunft auf dem Flughafen in Singapur.

So richtig glaubhaft finden Kommentatoren in den sozialen Netzwerken die Versprechungen von Donald Trump und Kim Jong Un nicht.

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12. Juni 2018, 10:38 Uhr

Singapur | In einem emotionalen Interview hat der frühere US-Basketballstar Dennis Rodman das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un gefeiert. „Heute ist ein großer Tag für alle, Singapur, Tokio, China“, sagte der 57-Jährige unter Tränen am Dienstag in Singapur dem US-Sender CNN.

Der Fernseher veröffentlichte in einem Video Interview-Schnipsel von Rodmans Gefühlausbruch.

Rodman ist seit 2013 fünf Mal nach Pjöngjang gereist, um Kim zu treffen. Der nordkoreanische Machthaber soll Berichten zufolge ein großer Basketballfan sein. Auch Trump ist für Rodman kein Unbekannter: Er nahm an dessen Reality-Fernsehsendung „Celebrity Apprentice“ teil.

„Ich wusste, dass sich die Dinge ändern würden, ich wusste es“, sagte Rodman. Er erzählte auch, dass er in seinem Heimatland nach seiner Rückkehr aus Nordkorea Morddrohungen erhalten, aber „den Kopf hochgehalten“ habe.

Am frühen Dienstagmorgen hatte Rodman via Twitter seine Ankunft im südostasiatischen Stadtstaat verkündet, wo auch das Treffen zwischen Trump und Kim stattfand: „Sehe dem unglaublichen Erfolg (von US-Präsident Trump) freudig entgegen, von dem die ganze Welt profitieren wird.“

Auf dem beigefügten Foto trägt Rodman ein schwarzes T-Shirt mit der Aufschrift „Peace starts in Singapore“ (Frieden beginnt in Singapur). Das Weiße Haus hatte zuvor Berichte zurückgewiesen, die über eine offizielle Rolle Rodmans bei den Gesprächen in Singapur spekulierten. „Nein, er ist nicht eingeladen worden, aber er ist ein netter Kerl. Ich mag ihn“, sagte Trump am Donnerstag.

 

In den sozialen Netzwerken wurde die Vereinbarung von Trump und Kim vielfach kommentiert. Der Linke.Bundestagsabgeordnete Matthias Höhn meint, es sei ein wichtiger Schritt.

Es gibt Lob, dass Trump kein Kriegstreiber sei.

Es gibt auch Kritik an der Kritik zu der Vereinbarung.

Viele halten allerdings nichts von der Vereinbarung. So sei sie das „Papier nicht wert“, auf dem sie geschrieben wurde.

Auch habe die Vereinbarung keine Bedeutung.

Zudem könnte sich Trump nicht lange an die Vereinbarung halten, mutmaßen einige Kommentatoren.

Es gab einige Alternativvorschläge, was in der Vereinbarung auch hätte stehen können.

 

„Das dicke Ende kommt erst noch“

Der Sicherheitsexperte Wolfgang Ischinger dämpfte die Erwartungen an die gemeinsame Vereinbarung. „Selbst wenn jetzt eine interessante, inhaltsreiche Vereinbarung unterschrieben sein sollte, kommt das dicke Ende natürlich erst noch einmal nach, nämlich die Frage, halten sich alle dran?“, sagte der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz am Dienstag im SWR-„Tagesgespräch“. 

Ein Verhandlungsprozess wäre ein weltpolitischer Gewinn, sagte Ischinger. Dieser werde erwartungsgemäß allerdings lange dauern. Zudem hätten beide Seiten Zweifel an der Verlässlichkeit der jeweils anderen. Die Experten auf amerikanischer Seite würden dauerhafte Sorgen haben über die Verlässlichkeit der nordkoreanischen Seite, „ob die vielleicht trickst oder Dinge verschweigt oder heimlich weiter macht“, sagte Ischinger. 

Umgekehrt dürfe man „mit großer Sicherheit unterstellen, dass Kim, dass die nordkoreanische Führung natürlich nicht ihr künftiges Schicksal in die Hände von Donald Trump legen möchte“. Es sei daher richtig, „wenn wir sehr beschränkte Erwartungen an diesen Prozess haben“. Sollte allerdings „tatsächlich hier mehr als heiße Luft rauskommen, (...) dann verdiente er (Trump) dafür auch Zustimmung, Unterstützung oder wenn Sie so wollen auch Applaus“, sagte Ischinger.

(Mit dpa)

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