Abgasskandal : Bericht: Hunderttausende Mercedes-Fahrzeuge werden zurückgerufen

Etliche Mercedes-Modelle sollen von dem Rückruf betroffen sein. Foto: dpa
Etliche Mercedes-Modelle sollen von dem Rückruf betroffen sein. Foto: dpa

Dem Automobilhersteller Mercedes droht ein riesige Rückrufaktion, von der bis zu 24 Modelle betroffen sein sollen.

shz.de von
18. August 2018, 09:24 Uhr

Stuttgart | Der Abgasskandal in Deutschland will kein Ende nehmen. Ganz im Gegenteil, scheint das Ausmaß des Betrugs immer größer zu werden. So sollen Beamte des Kraftfahrtbundesamtes bei einem Mercedes-Modell nach dem anderen festgestellt haben, dass an der Abgasreinigung manipuliert worden sei. Das meldet der Spiegel unter Berufung auf vorliegende Dokumente.

Demnach habe Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) im Mai diesen Jahres den Daimler-Chef Dieter Zetsche nach Berlin zitiert, um ihn mit den Ergebnissen zu konfrontieren und auf seine Schuldigkeit hinzuweisen, alle Diesel-Fahrzeuge, die unerlaubte Mengen giftigen Stickoxids in die Luft blasen, melden zu müssen.

Zetsche habe nach Angaben des Spiegels daraufhin eine Liste mit allen betroffenen Fahrzeugen erstellen lassen. Doch diese Liste wird ihm nun wohl zum Verhängnis. Denn die Abgasmanipulationen scheinen sich durch beinahe alle Mercedes-Klassen und Typen zu ziehen – manche werden bis heute verkauft. Das geht aus einer Liste des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) hervor, die dem SPIEGEL vorliegen soll.

Unter den vom Rückruf betroffenen Fahrzeuge befinden sich beispielsweise der Mercedes GLS (3,0 Liter), Mercedes GLE (3,0 Liter), C-Klasse Plug-in-Hybrid (2,2 Liter), Mercedes ML (3,0 Liter), G-Klasse (3,0 Liter), CLS (3,0 Liter), S-Klasse (3,0 Liter, GLC (2,2 Liter), E-Klasse (3,0 Liter), V-Klasse (2,2 Liter), Vito (1,6 Liter) sowie der Sprinter (2,2 Liter).

Wie der Spiegel berichtete seien insgesamt rund 700.000 Autos in Europa betroffen – in Deutschland allein 280.000. Es handele sich bei der Maßnahme um den Rückruf, der in zwei öffentlich bekannten Terminen zwischen dem Bundesverkehrsministerium, dem KBA und Daimler Gesprächsgegenstand war, erklärte eine Mercedes-Sprecherin gegenüber dem Spiegel. Man werde Widerspruch einlegen, aber auch Software-Updates entwickeln und die Kunden informieren, sobald diese genehmigt sind.

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