Stimmungswandel in Bayern? : Wolfgang Kubicki rechnet bei Landtagswahlen mit herber CSU-Pleite

Wolfgang Kubicki hatte seine Partei in der vorigen Woche beim beginnenden Landtagswahlkampf unterstützt.
Wolfgang Kubicki hatte seine Partei in der vorigen Woche beim beginnenden Landtagswahlkampf unterstützt.

Verliert die CSU in Bayern die absolute Mehrheit? Geht es nach dem FDP-Vize holt die Partei nicht mal mehr 40 Prozent.

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17. Juli 2018, 12:10 Uhr

Berlin/München | Für den stellvertretenden FDP-Vorsitzenden Wolfgang Kubicki steht die CSU bei der Landtagswahl in Bayern vor einer herben Niederlage. "Wenn selbst eingefleischte CSU-Mitglieder sagen: Diesmal kann man die einfach nicht wählen, dann ist das bemerkenswert", sagte Kubicki.

Eine deutliche Niederlage der CSU wäre aus seiner Sicht der Verlust der absoluten Mehrheit und nicht mehr als 40 Prozent. Selbst CSU-Mitglieder hätten ihm signalisiert, dass sie mit Ministerpräsident Markus Söder nicht besonders zufrieden seien, sagte Kubicki. So schüttelten sie den Kopf über die Vorgabe, in Behörden christliche Kreuze anzubringen.

Kubicki hatte seine Parteifreunde in Bayern in der vorigen Woche drei Tage im beginnenden Landtagswahlkampf unterstützt. Dabei habe er einen Stimmungswandel ausgemacht. "Interessanterweise scheint es so zu sein, dass die Sicherheit, die die CSU lange ausgestrahlt hat, sie werde die Landtagswahl im Oktober erfolgreich gestalten, geschwunden ist."

"Die Menschen haben ganz andere Alltagsprobleme"

"Menschen wie du und ich, die ich außerhalb der Veranstaltungen traf, haben immer wieder den Eindruck vermittelt, dass sie das Schauspiel in Berlin mit dem Konflikt zwischen Angela Merkel und Horst Seehofer in dieser Dramatik nicht verstanden haben", sagte Kubicki.


Droht für Horst Seehofer und Markus Söder eine Wahlschlappe?
Andreas Gebert/dpa
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Viele könnten mit den Berliner Debatten und deren Härte nicht viel anfangen. "Sie haben ganz andere Alltagsprobleme - dass Unterricht ausfällt, Lehrer nicht den Herausforderungen dieser Zeit genügen, Verkehrsverbindungen teilweise nicht funktionieren und es in Bayern wie anderswo extrem viele Funklöcher gibt", sagte Kubicki. "Deshalb reiben sich viele die Augen, dass mit solchen Problemen, die für die Zukunft wichtig sind, nicht richtig umgegangen wird."

Söder sieht Gründe für CSU-Umfragewerte auf Bundesebene

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat die aktuellen Umfragewerte seiner Partei überwiegend auf politische Entscheidungen auf Bundesebene zurückgeführt. Die aktuellen Umfragewerte der CSU seien "überwiegend geprägt von Berliner Entscheidungen", sagte Söder dem "Münchner Merkur". Die Politik im Freistaat habe indes eine Menge auf den Weg gebracht, auch in der Asylpolitik, betonte Söder.

Nach den letzten Umfragewerten kommt die CSU in Bayern derzeit auf 39 Prozent:


Söder weiter: Anders als 2013 komme für die im Herbst anstehenden Landtagswahlen kein Rückenwind aus Berlin. Drei Monate vor der Landtagswahl im Oktober ist die CSU in Umfragen derzeit weit von einer absoluten Mehrheit entfernt.

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