Protest während Präsidenten-Besuchs : Aufblasbares "Trump-Baby" darf über London schweben

Donald Trump blickte 2017 in den Himmel, um die Sonnenfinsternis zu bewundern. Bei seinem Besuch in London am 13. Juli wird er am Himmel womöglich einen großen Ballon in Form eines Babys mit seinem Gesicht sehen.
Donald Trump blickte 2017 in den Himmel, um die Sonnenfinsternis zu bewundern. Bei seinem Besuch in London am 13. Juli wird er am Himmel womöglich einen großen Ballon in Form eines Babys mit seinem Gesicht sehen.

Der Bürgermeister der Stadt – selbst ein ausgesprochener Kritiker Trumps – hat der Aktion seinen Segen gegeben.

shz.de von
06. Juli 2018, 12:30 Uhr

London | US-Präsident Donald Trump plant am 13. Juli einen Besuch in London – und die Briten wissen schon, wie sie den umstrittenen Staatschef empfangen wollen: Eine Gruppe Aktivisten will während des "Stop-Trump"-Protestmarschs durch London einen sechs Meter hohen Ballon mit Trumps Konterfei steigen lassen.

Londons Bürgermeister Sadiq Khan, der sich in der Vergangenheit gegen einen Staatsbesuch Trumps ausgesprochen hatte, erlaubte die Aktion am Donnerstag. Der Ballon dürfe während Trumps Aufenthalt zwischen 9.30 und 11.30 Uhr Ortszeit nahe des britischen Parlaments in 30 Metern Höhe schweben.

Das aufblasbare "Trump-Baby" ist orange, nackt bis auf eine Windel, mit typischer blonder Tolle, verzogener Schnute, Brusthaar und Smartphone in der Hand.



Die Organisatoren sind nach eigenen Angaben eine Gruppe von Freunden, die schon ähnliche Aktionen gestartet haben. Auf der Website zur Aktion beschreiben sie ihre Motivation: Der US-Präsident sei ein "rassistischer Demagoge, der eine Gefahr für Frauen, Einwanderer und Minderheiten" darstelle. Doch er habe einen Schwachpunkt: Während den US-Amerikaner moralische Entrüstung nicht zu scheren scheine, so die Aktivisten, störe es Trump besonders, wenn Menschen ihn verspotten. Trump solle wissen, "wenn er am Freitag das Vereinigte Königreich besucht, schaut ganz Großbritannien auf ihn hinab und lacht über ihn."

Scharfe Kritik an dem geplanten Ballonflug kommt vom Chef der rechtspopulistischen Ukip-Partei, Nigel Farage. Auf Twitter schreibt er, die Aktion sei die "größte Beleidigung eines Präsidenten im Amt, die es je gab."



Ballon bald auf Weltreise?

Für den Ballon haben die Aktivisten per Crowdfunding rund 20.000 Pfund zusammenbekommen. Das ist mehr Geld als erhofft. Daher planen sie nun sogar mit dem Trump-Ballon auf Weltreise zu gehen – "als konstante Erinnerung an seine verfehlte Präsidentschaft."

Donald Trump ist am 13. Juli in London zu Gast, wo er Premierministerin Theresa May und Königin Elizabeth II. treffen soll. Die Polizei richtet sich auf mehrere Großdemonstrationen ein.

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