Keine akute Gefahr : Anschlag in Deutschland geplant: 31-Jähriger in Berlin festgenommen

Die Festnahme des Russen erfolgte am Mittwoch durch Beamte des Bundeskriminalamtes mit Unterstützung der GSG 9. (Symbolfoto)
Die Festnahme des Russen erfolgte am Mittwoch durch Beamte des Bundeskriminalamtes mit Unterstützung der GSG 9. (Symbolfoto)

Er soll den Anschlag gemeinsam mit einem weiteren Verdächtigen geplant haben. Eine Frage beschäftigt die Ermittler besonders.

shz.de von
22. August 2018, 12:53 Uhr

Berlin | Die Bundesanwaltschaft hat einen 31 Jahre alten Mann in Berlin festnehmen lassen, der im Verdacht steht, einen Sprengstoffanschlag geplant zu haben. Die Festnahme erfolgte am Mittwoch durch Beamte des Bundeskriminalamtes mit Unterstützung der GSG 9 und des Landeskriminalamtes. Das teilte die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mit. Die Ermittler durchsuchten die Wohnung des Beschuldigten. Zugrunde lag ein Haftbefehl vom 9. August gegen den Russen.

Der Mann ist laut Bundesanwaltschaft dringend verdächtig, gemeinschaftlich mit einem in Frankreich Inhaftierten eine schwere staatsgefährdende Gewalttat in Deutschland vorbereitet zu haben. Vorausgegangen waren Ermittlungen französischer Strafverfolgungsbehörden.

Erhebliche Mengen Sprengstoff in der Wohnung

Der nun beschuldigte Russe soll am 26. Oktober 2016 in seiner Wohnung in Berlin eine erhebliche Menge Sprengstoff gelagert haben. Damit habe der radikal-islamistisch gesinnte Beschuldigte gemeinsam mit dem zwischenzeitlich in Frankreich inhaftierten Mitbeschuldigten einen Sprengsatz herstellen und an einem unbekannten Ort in Deutschland zünden wollen. Die Anschlagsvorbereitungen seien aber durch die Polizei gestört worden. Beide Männer trennten sich. Der Verbleib des Sprengstoffs soll mit der Festnahme und der Durchsuchung geklärt werden.

Der 31-Jährige soll an diesem Donnerstag dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt werden.

Sicherheitskreise: Keine akute Gefahr

Die Festnahme des terrorverdächtigen steht nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wohl nicht im Zusammenhang mit einer akuten Anschlagsgefahr. Es handele sich um die Aufarbeitung eines älteren Falles. Erkenntnisse, dass der in Berlin festgenommene Islamist derzeit einen Anschlag geplant habe, gebe es nicht.

In Berliner Sicherheitskreisen hieß es, der Verdächtige sei kein Unbekannter gewesen. "Er war auf der Liste der Gefährder." Der Mann habe in Berlin gelebt und sei schon länger im Visier der Sicherheitsbehörden gewesen.

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