Nach Veröffentlichung von Haftbefehl : AfD-Abgeordneter würde suspendierten Justizbeamten einstellen

Stefan Räpple von der Stuttgarter AfD würde den suspendierten Justizbeamten gerne in seinem Team haben.
Stefan Räpple von der Stuttgarter AfD würde den suspendierten Justizbeamten gerne in seinem Team haben.

Für Stefan Räpple, AfD-Abgeordneter aus Baden-Württemberg, ist der suspendierte Justizbeamte ein "Held".

shz.de von
31. August 2018, 13:44 Uhr

Stuttgart | Der baden-württembergische AfD-Landtagsabgeordnete Stefan Räpple hat den Justizbeamten, der den Haftbefehl eines mutmaßlichen Täters der Messerattacke von Chemnitz veröffentlicht hat, als Helden bezeichnet und ihm eine Stelle angeboten. Der Betreffende könne sein Team im baden-württembergischen Landtag verstärken, sagte Räpple am Freitag in Stuttgart.

Auf Facebook schrieb er: "Sie sind ein Held und genau so, wie alle meiner genialen Mitarbeiter Helden auf ihrem Gebiet sind, kann ich Sie und Ihre Expertise sehr gut in meinem Team brauchen." Er habe vielleicht gegen eine Dienstvorschrift verstoßen, „aber was ist daran auszusetzen, wenn die Regierung ständig die Verfassung bricht“, fragt Räpple. Dann sei es auch für einen Beamten Pflicht, Widerstand und Ungehorsam zu leisten.

Der Justizvollzugsbedienstete war am Donnerstag mit sofortiger Wirkung vom Dienst suspendiert worden, wie das sächsische Justizministerium mitteilte. Der illegal veröffentlichte Haftbefehl hatte für viel Kritik gesorgt. Das teilweise geschwärzte Dokument war unter anderem auf Internetseiten von Pro Chemnitz, einem Kreisverband der AfD sowie des Pegida-Gründers Lutz Bachmann verbreitet worden.

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