Gegen Mauern, für Geschlossenheit : Abschiedsbrief: John McCains eindringliche letzte Botschaft

John McCain wurde als Politiker von Kollegen aller Parteien respektiert. Foto: Imago/Kevin Dietsch
John McCain wurde als Politiker von Kollegen aller Parteien respektiert. Foto: Imago/Kevin Dietsch

Er war einer der größten Trump-Kritiker – etwas, das sich auch in John McCains letzten Worten niederschlägt.

shz.de von
28. August 2018, 10:58 Uhr

Washington | Auch an den letzten Tagen seines Lebens hat der verstorbene US-Senator John McCain noch versucht, sich für sein Land einzusetzen: Posthum wurde nun ein Abschiedsbrief des 81-Jährigen veröffentlicht, in dem dieser die Amerikaner zur Geschlossenheit aufruft. "Wir sind Bürger der großartigsten Republik der Welt, einer Nation von Idealen, nicht von Blut und Boden", heißt es in dem Schreiben, das der langjährige McCain-Vertraute Rick Davis in Phoenix verlas. Bei allen Meinungsverschiedenheiten "hatten wir immer so viel mehr gemeinsam miteinander, als dass wir uneins waren".

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Es geht McCain besonders um den Kampf zwischen Demokraten und Republikanern: "Wir schwächen unsere Großartigkeit, wenn wir Patriotismus mit Stammesrivalitäten verwechseln", schrieb er. McCain grenzte sich in seiner Abschiedsbotschaft ein letztes Mal von US-Präsident Donald Trump ab: Die USA würden schwächer, "wenn wir uns hinter Mauern verstecken anstatt sie niederzureißen, wenn wir an der Kraft unserer Ideale zweifeln anstatt ihnen zu vertrauen und sie als die größte Kraft für den Wandel zu sehen."

Trump darf nicht zur Beerdigung

Der Republikaner McCain war am Samstag im Alter von 81 Jahren auf seiner Ranch in Arizona an einem Gehirntumor gestorben. McCain zählte als Fachmann in der Außen-, Sicherheits- und Verteidigungspolitik zu den prominentesten Mitgliedern des US-Kongresses. Er erwarb sich über die Parteigrenzen hinweg große Anerkennung – allerdings nicht bei seinem Parteikollegen Donald Trump.

Am Sonntag ist eine Trauerfeier in der Washingtoner National-Kathedrale geplant, bei der unter anderem die Ex-Präsidenten Barack Obama und George W. Bush als Redner erwartet werden. Die "New York Times" schrieb, McCain habe vor seinem Tod explizit mitgeteilt, er wünsche nicht, dass Trump auf seiner Beerdigung anwesend sei.

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