Mit Video : Nach Rücktrittsforderung an Merkel: Wirbel um ARD-Kommentar

Angela Merkel soll das Kanzleramt räumen, wenn es nach der Meinung von ARD-Kommentator Malte Pieper geht. Foto: dpa
Angela Merkel soll das Kanzleramt räumen, wenn es nach der Meinung von ARD-Kommentator Malte Pieper geht. Foto: dpa

Malte Pieper fordert Bundeskanzlerin Merkel nach dem ergebnislosen EU-Sondergipfel zum Rücktritt auf.

shz.de von
26. Juni 2018, 14:05 Uhr

Brüssel | Es sind ungewöhnliche harte Töne in Richtung der Kanzlerin Angela Merkel, die sich aktuell in Brüssel beim EU-Sondergipfel befindet: "Kaum einer traut dem anderen noch über den Weg. Der deutschen Bundeskanzlerin schon gar nicht. Ihr Name ist in vielen Ländern Europas zu einem 'Nicht-Namen' geworden, bei dem schlechte Stimmung garantiert ist, sobald man ihn ausspricht", schießt Brüssel-Korrespondent Malte Pieper in seinem Kommentar auf tagesschau.de gegen Merkel.

Die "europäische Solidarität"

Pieper sieht das anhaltende Problem der Migrationspolitik in Europa im Politikstil Angela Merkels begründet. Er wirft ihr vor, "auf Sicht" zu fahren und zu hoffen, "dass der Wind das Problem schon löst". Bei "dichtem Nebel" allerdings, wie im Fall der Flüchtlingskrise, nütze das Vorantasten nichts: "Man komme höchstens vom Weg ab, weil man nichts sieht, und ist dann verloren".

Konkret benennt der Journalist in Diensten des MDR die Situation in den Jahren 2011 und 2012: "Als die Zahl der Menschen, die nach Europa fliehen, langsam aber stetig steigt, lässt Merkel nur wissen, das sei nicht ihr Hauptproblem, sondern das von Italien und Griechenland". Die "europäische Solidarität" habe sie erst für sich entdeckt, als die Trecks die bayerische Grenze erreicht hätten.

ARD äußert sich

Aufgrund dieser "verbrannten Erde" fordert Malte Pieper Angela Merkel dazu auf, das Kanzleramt zu räumen und Platz für einen Neuanfang zu machen. Die Reaktionen im Internet überschlugen sich kurz nach der Veröffentlichung des Kommentars. Dabei fiel es dem Großteil schwer, zwischen der Meinung des Kommentierenden und jener des Mediums zu unterscheiden, was Kai Gniffke, Erster Chefredakteur ARD-aktuell, dazu veranlasste, ein Statement abzugeben:

 
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