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Deutschland & Welt

25. September 2017 | 08:28 Uhr

Klimawandel : 5. Klimabericht: Das steht im dritten Teil

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Der Weltklimarat IPCC hat so eindrücklich wie nie zuvor vor den Auswirkungen der Erderwärmung gewarnt. Der vom Menschen verursachte Klimawandel habe schon jetzt schwerwiegende Auswirkungen auf alle Kontinente und Meere. Im dritten Teil seines neuen Berichtes zeigt der Weltklimarat, wie der Mensch den Klimawandel bremsen kann. Die Kernpunkte in der Übersicht.

shz.de von
erstellt am 13.Apr.2014 | 15:47 Uhr

Der Weltklimarat IPCC zeigt im dritten Teil seines neuen Berichtes, wie der Mensch den Klimawandel bremsen kann. Zuvor hatten die zwei weiteren Arbeitsgruppen ihre Ergebnisse vorgestellt.

Die Kernpunkte des dritten Teils im Überblick: Klimaschutz

Trotz vieler Klimaschutzaktionen steigt der Treibhausgasausstoß weltweit weiter an, und zwar von jährlich im Schnitt 1,3 Prozent in den Jahren 1970 bis 2000 auf jährlich 2,2 Prozent von 2000 bis 2010.

Die Erderwärmung kann auf zwei Grad begrenzt werden, wenn wir deutlich mehr für den Klimaschutz tun. Insbesondere muss die Energieproduktion geändert werden. Das hätte auch direkte Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen und die Ökosysteme.

Ohne zusätzlichen Klimaschutz wird sich die Luft bis 2100 um 3,7 bis 4,8 Grad im Vergleich zum Beginn der Industrialisierung erwärmen. In Extremfällen können es 2,5 bis 7,8 Grad sein.

Der Kohlendioxid-Ausstoß trug 2010 zu rund 76 Prozent zum menschengemachten Treibhauseffekt bei. Methan war für etwa 16 Prozent verantwortlich, Stickstoffdioxid für gut 6 Prozent und spezielle fluorhaltige Gase für 2 Prozent.

Etwa 35 Prozent der relevanten Treibhausgase stammten 2010 aus der Energieproduktion in Kraftwerken, sie stieg in den vergangenen Jahren besonders stark an. Gut 6 Prozent kamen aus Gebäuden, vor allem aus Öl-, Gas- und Kohleheizungen. 21 Prozent stammten aus der Industrie, wo sie bei der Herstellung von Stahl, Chemieprodukten, Zement und Papier frei werden. 24 Prozent der Treibhausgase entstanden in der Landwirtschaft und durch die Waldvernichtung. Für 14 Prozent ist der Transportbereich verantwortlich, zu 75 Prozent davon der Pkw-Verkehr. Einsparungen sind denkbar durch Lebensstilwandel und die zunehmende Verstädterung.

Atomenergie kann den Treibhauseffekt reduzieren helfen, hat aber gravierende andere Nachteile - etwa die Gefahren beim Betrieb der Werke und beim Abbau von Uran oder das ungelöste Entsorgungsproblem.

Wenn nicht rasch gehandelt wird, helfen nur noch Verfahren wie die noch unausgereifte Speicherung von CO2 unter dem Erdboden (CCS) oder eine verstärkte Biomassenutzung. Diese steht jedoch in Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion.

Der rechtzeitige Wechsel auf alternative Energien kostet wenig und schlägt bei einem Wirtschaftswachstum von 1,6 bis 3 Prozent pro Jahr mit einem Minus von jährlich rund 0,06 Prozentpunkten zu Buche.

 

Die bereits vorher im September 2013 und März 2014 veröffentlichten Klimaberichte der beiden weiteren Arbeitsgruppen hielten folgende Schwerpunkte fest.

Einige Kernpunkte von Teil 1:  Physikalisch-wissenschaftliche Grundlagen

Die Oberflächentemperatur ist von 1880 bis 2012 um 0,85 Grad Celsius gestiegen. Die Ozeane haben viel Energie aufgenommen und erwärmten sich von 1971 bis 2010 in bis zu 75 Metern Tiefe über 0,1 Grad pro Dekade.

Es ist äußerst wahrscheinlich, dass der Mensch der dominierende Faktor für den Temperaturanstieg seit rund 60 Jahren ist.

Die Windgeschwindigkeit und die Regenmenge tropischer Wirbelstürme werden „wahrscheinlich“ in diesem Jahrhundert zunehmen.

Die Ozeane haben etwa 30 Prozent des menschengemachten Kohlendioxids (CO2) aufgenommen und sind dadurch saurer geworden.

Der Meeresspiegel ist von 1901 bis 2010 um 19 Zentimeter gestiegen. Bis Ende des Jahrhunderts wird er um 26 bis 82 Zentimeter steigen.

Die Geschwindigkeit der Eisschmelze von Grönland und der Antarktis hat sich vervielfacht.

 

Einige Kernpunkte von Teil 2: Folgen, Anpassung, Verwundbarkeit

Auswirkungen des Klimawandels auf Mensch und Natur zeigen sich bereits auf allen Kontinenten und in allen Ozeanen.

Die Wasserknappheit wird sich in einigen Gebieten drastisch verschärfen. Auf die Getreideernte hat die Erderwärmung mehr negative als positive Auswirkungen.

Viele Tier- und Pflanzengruppen haben ihren Lebensraum wegen des Klimawandels schon verlagert, andere könnten aussterben.

Faktoren, die zu Armut führen, werden durch den Klimawandel verschärft.

Schon eine Erwärmung um ein oder zwei Grad bringt einige Klimarisiken mit sich. Darüber werden sie aber sehr stark erhöht.

Infolge des Klimawandels kann es dazu kommen, dass Menschen verstärkt aus ihrer Heimat abwandern. Mit mittlerer statistischer Sicherheit kommt es zwischen Bevölkerungsgruppen zu Konflikten, die indirekt auf dem Klimawandel beruhen.

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