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2:1 gegen BVB: FC Bayern kehrt auf Europas Fußball-Thron zurück

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London (dpa) - Zwölf Monate nach der Final-Schmach «dahoam» hat der FC Bayern München Europas Fußball-Thron zurückerobert. Der deutsche Meister siegte im Champions League-Finale gegen den nationalen Erzrivalen Borussia Dortmund mit 2:1 (0:0) und krönte seine Saison der Superlative mit dem zweiten Gewinn der Königsklasse nach 2001.

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erstellt am 25.Mai.2013 | 11:33 Uhr

London (dpa) - Zwölf Monate nach der Final-Schmach «dahoam» hat der FC Bayern München Europas Fußball-Thron zurückerobert. Der deutsche Meister siegte im Champions League-Finale gegen den nationalen Erzrivalen Borussia Dortmund mit 2:1 (0:0) und krönte seine Saison der Superlative mit dem zweiten Gewinn der Königsklasse nach 2001.

Nach dem Trauma der Final-Niederlagen von 2010 und 2012 stillten Treffer von Mario Mandzukic (60. Minute) und Arjen Robben (89.) vor 86 298 Zuschauern im ausverkauften Londoner Wembley-Stadion die Sehnsucht der Münchner nach einem internationalen Titel.

Um 22.54 Uhr nahm Kapitän Philipp Lahm den «Henkelpott» aus den Händen von UEFA-Präsident Michael Platini in Empfang und reckte die Trophäe stolz in den Londoner Abendhimmel. «Ich gönne es vor allem Philipp Lahm und Bastian Schweinsteiger. Es war ganz wichtig diese Saison zu krönen, damit das Gerede mal aufhört», sagte Sportchef Matthias Sammer, während ein sichtlich bewegter Clubpräsident Uli Hoeneß fast jeden Spieler herzte. Matchwinner Robben war vor Glück fast sprachlos: «Das bedeutet mir sehr viel. Da sind so viele Emotionen, das ist unglaublich.»

Mit einem Sieg am kommenden Samstag im DFB-Pokal-Finale in Berlin gegen den VfB Stuttgart winkt den Münchnern nun als erstem deutschen Club das Triple. Der Final-Sieg in Wembley war zugleich krönender Abschluss für Jupp Heynckes, der als vierter Trainer nach Ernst Happel, Ottmar Hitzfeld und Jose Mourinho mit zwei Clubs die wertvollste europäische Club-Trophäe gewann. Dagegen verließen die ohne den verletzten Regisseur Mario Götze spielenden Dortmunder 16 Jahre nach dem Final-Triumph gegen Juventus Turin als Verlierer den Rasen, weil sie nach starker erster halber Stunde nichts mehr zuzusetzen hatten. Ilkay Gündogan war für den BVB mit einem verwandelten Foulelfmeter (68.) der Ausgleich gelungen.

Drei Wochen nach dem Duell um Bundesliga-Punkte in Dortmund, bei dem auf und neben dem Rasen die Emotionen hochgekocht waren, sahen die Fans in der ausverkauften Arena und geschätzte 300 Millionen vor dem TV diesmal eine fair geführte Partie. Dabei war vom Münchner Dominanz-Fußball der vergangenen Wochen allerdings zunächst wenig zu sehen, den verkrampft beginnenden Bayern war vielmehr der enorme Druck nach den zuletzt verlorenen Finals anzumerken. Nationalkeeper Manuel Neuer wurde mehr gefordert als in jedem anderen Spiel der Saison und musste nach Gündogans Strafstoß erstmals nach 432 Minuten in der Königsklasse wieder einen Ball aus dem Netz holen.

Erst nach knapp einer halben Stunde bekamen Bastian Schweinsteiger und Co. das Geschehen gegen die zuvor in vier Pflichtspielen sieglosen Dortmunder in den Griff. In den letzten 20 Minuten dominierten die Bayern gegen körperlich abbauende Dortmunder sogar fast nach Belieben. Mit einer spektakulären Rettungstat verhinderte Dortmunds Neven Subotic das sicher scheinende 2:1 für die Bayern durch Thomas Müller (72.), dann traf Mandzukic das Außennetz (78.). Drei Minuten vor dem Ende hielt BVB-Keeper Roman Weidenfeller einen knallharten Schweinsteiger-Schuss, ehe Robben die Münchner 120 Sekunden später in den Fußball-Himmel schoss.

Im vierten Finalduell zwischen zwei Clubs aus einem Land blieb für langes Abtasten keine Zeit. Die Borussia attackierte früh und ließ den Münchnern kaum Raum für einen kontrollierten Spielaufbau. Während der leicht favorisierte Meister Probleme hatte, in die Partie zu finden, setzte der Vize die ersten Akzente vor Manuel Neuer. In der 14. Minute lenkte der Nationaltorhüter einen 18 Meter-Schuss von Robert Lewandowski mit den Fingerspitzen über die Latte. Der Pole hoffte vergeblich darauf, den mit zwölf Toren führenden Cristiano Ronaldo noch von der Spitze der Champions League-Torjägerliste zu verdrängen.

Bis zum ersten Achtungszeichen des deutschen Rekord-Champions mussten sich die Bayern-Anhänger lange gedulden. In der 26. Minute gab es für Weidenfeller beim Kopfball von Mandzukic erstmals Arbeit. Danach verschoben sich die Kräfteverhältnisse auf dem Rasen allmählich. Während die Roten selbstbewusster wurden, gerieten die Gelben wenig später schon wieder in Bedrängnis. Als Arjen Robben auf der rechten Seite davonzog, erwies sich Weidenfeller wie schon in der gesamten Champions League-Saison als überragender Rückhalt seines Teams und blockte den Lupfer des Niederländers mit dem Körper ab (30.).

Lewandowski vergab zehn Minuten vor der Pause noch eine gute Gelegenheit für die Klopp-Elf, doch dies änderte nichts daran, dass der FC Bayern auf dem «heiligen Rasen» das Kommando übernommen hatte. In der 43. Minute blieb Weidenfeller auch in der zweiten Eins-gegen-Eins-Situation gegen Robben Sieger, als er den Schuss des Flügelflitzers mit dem Gesicht abwehrte.

Nach Wiederbeginn gelang es Mats Hummels und seinen Nebenleuten zunächst wieder besser, die Offensive der Münchner in Schach zu halten. Doch dann sorgte die bis dahin beste Aktion von Franck Ribéry für die Führung der Münchner. Robben nahm den Pass des Franzosen auf und spielte an Weidenfeller vorbei in die Mitte, wo Mandzukic keine Mühe hatte zu vollenden. Beim BVB kam nun vor allem über die Außen Blaszczykowski und Kevin Großkreutz zu wenig, dann brachte ein Tritt von Dante gegen Reus im Strafraum Schwarz-Gelb in die Partie zurück. Gündogan ließ Neuer vom Elfmeterpunkt keine Chance.

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