Kunst in Schleswig : Farbenvielfalt im Graukloster

Die Ausstellung „FrauenBilder“ zeigt die Werke sieben norddeutscher Künstlerinnen.

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10. März 2019, 10:21 Uhr

Ein Chor mit Klavierbegleitung, warmes Essen, Geselligkeit und Gespräche – so geht eine Ausstellungseröffnung im Schleswiger Graukloster am Rathaus. Bewusst unaufgeregt und freundschaftlich im Ton sind die Worte von Uta Masch, selbst Künstlerin aus Eckernförde, als sie die Gäste begrüßt. Das passt, denn mit „FrauenBilder“ werden nicht etwa die Werke international erfolgreicher Kunstschaffender präsentiert. Es sind einfach sieben norddeutsche Frauen, deren Leidenschaft die Kunst ist, die seit dem vergangenen Freitagabend ihre eigene Bühne in Schleswig haben. Nicht der große Erfolg steht hinter dieser Ausstellung, sondern die gemeinsame Freude am künstlerischen Ausdruck. Nicht zufällig fiel die Eröffnung auf den internationalen Weltfrauentag.

Künstlerisches Septett: Sie zeigen ihre Bilder im Rathaus.
Jan C. Weck

Künstlerisches Septett: Sie zeigen ihre Bilder im Rathaus.

 

„Es ist eine besondere Ausstellung von und für Frauen. In den Werken spiegelt sich Toleranz, Weitblick und Lebensfreude“, sagt Masch. Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Karin Petersen-Nißen, hat die Organisation übernommen und wieder einmal ehrenamtliche Helfer zusammengetrommelt. Als ehemalige Diakonin zitiert sie frei aus der Bibel. „Niemand sollte sein Licht unter den Scheffel stellen, sondern es hoch auf den Berg tragen“, erklärt sie. „Frauen brauchen viel Mut und müssen sich in der Öffentlichkeit beweisen“. Mehrfach singt der Pop-Chor „No Limits“ mit seinem Leiter Kristofer Vio am Piano und lädt bei einigen bekannten Klassikern auch zum Mitsingen ein. Später gibt es noch Suppe und wenn es nach Petersen-Nißen geht, darf der Abend noch lange dauern. Schließlich habe sie hier die Schlüssel für alle Türen.

Sechs der ausstellenden Künstlerinnen sind anwesend und mischen sich unter das Publikum. Zwischen ihnen haben sich in den letzten Wochen Bekanntschaften und Freundschaften weiter entwickelt oder sind entstanden. Ihre Werke sind divers in Technik und Motiven, reichen von Fotografie über Acryl und Öl auf Leinwand bis zu Aquarellen. Angelika Nielsen empfindet eine ganz eigene Faszination für Bänke, hat sie in allen möglichen Formen und Umgebungen fotografiert und zum Ausstellungsobjekt erhoben. Ursula Diedrichsen malt heimische Motive wie die Häuserfassaden der Schleswiger Lutherstraße oder die Rapsblüte an der Schlei. Auch Gudrun Jessen teilt ihren Blick auf den Meeresarm, der um einiges abstrakter wird und eher auf Farbspiel anstelle von Detail setzt. Aus Hamburg stammt die ausstellende Künstlerin Marion Krüger, die die familiäre Atmosphäre im vergleichsweise kleinen Schleswig genießt. Sie spricht über die eigene Herangehensweise an ihre Bilder und vielleicht auch stellvertretend für mehrere ihrer Mitstreiterinnen: „Wenn ich anfange, dann habe ich keinen festen Plan. Das Tun und Experimentieren steht im Vordergrund“. Die Besucher wissen diese Authentizität und den Rahmen der Veranstaltung zu schätzen. „Ich finde es toll, dass die Leute mit so viel Herz malen und beachtenswert, was sie ausstellen. Und die Räumlichkeiten sind natürlich auch schön“, sagt eine Besucherin aus Schaalby. Noch bis zum 5. April ist die Ausstellung zu sehen.

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