MachtWas!?!-Podcast Katja Riemann über deutsche Filmbranche: Zu wenige Rollen für Frauen, zu viele Nazifilme

Von Alexander Barklage | 07.05.2021, 23:00 Uhr

Katja Riemann muss auch als bekannte Schauspielerin für neue Rollen hart kämpfen.

Katja Riemann gehört zu den bekanntesten deutschen Schauspielerinnen. Die 57-Jährige wurde 1993 deutschlandweit bekannt durch ihre Rolle im Kinofilm "Der bewegte Mann". Seit über 30 Jahren steht die gebürtige Niedersächsin, die in Kirchweyhe geboren wurde, vor der Kamera für Kino- und Fernsehfilme.

In dem Podcast unserer Mediengruppe "MachtWas!?" spricht Katja Riemann mit Moderator Michael Siegler über ihre Schauspielkarriere sowie über ihr Engagement als Unicef-Botschafterin. Außerdem hat Riemann vor Kurzem eine Jazzband gegründet und ein Buch geschrieben. Im vergangenen Jahr stellte sie ihr Regie-Talent unter Beweis und drehte einen Dokumentarfilm über eine Filmschule im Flüchtlingslager Moria, bevor das Camp Ende 2020 abbrannte.

Katja Riemann: "Bin 50 und ne' Frau – was soll ich spielen"

Riemann prangert auch die deutsche Filmbranche an, die liegt in Sachen Gleichberechtigung immer noch weit zurück. "Die haben irgendwie noch nicht erkannt, dass man Frauen ab 40 gar nicht aussortieren muss, sondern dass die ziemlich schön und sexy sein können und was zu sagen haben. Also, abgesehen von den Tatort-Kommissarinnen." Insbesondere für Schauspielerinnen ab einem gewissen Alter gibt es Hürden. "Ich bin 50 und ich bin 'ne Frau. Und da ist die Frage, was soll man jetzt spielen? Außer Müttern von Söhnen, die Robert heißen", so Riemann ironisch.

Streaming-Dienste sind nicht das Ende der Kinopaläste

Riemann hebt unter anderem auch ihre privilegierte Lage hervor, die sie als bekannte Schauspielerin habe: "Ich glaube, es sind vier Prozent der Schauspielerinnen und Schauspieler in Deutschland, die gut von ihrem Job leben können." Mehr als die Hälfte könnten ihren Lebensunterhalt nicht bestreiten. Nicht alle, die nicht so erfolgreich sind, sind weniger gute Schauspieler. Und nicht alle, die erfolgreich sind, sind geborene Schauspieler."

Katja Riemann sieht in Streaming-Anbietern nicht das Ende der Filmpaläste. Da sei die Pandemie und der daraus resultierende Lockdown ein viel größeres Problem für die Kinos gewesen. Außerdem spricht sie im Podcast über die Bedeutung von Filmen, der MeToo-Bewegung und warum der Tatort eigentlich immer 88 Minuten lang sein muss.

Was ist der "MachtWas!?!"-Podcast?

Im "MachtWas!?!"-Podcast spricht Moderator Michael Siegler mit Entscheidungsträgern aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft. Wie ticken die Menschen, deren Entscheidungen unser aller Leben beeinflussen? Was treibt sie an? Einen Überblick über alle Folgen finden Sie hier.